Nun sind schon acht Monate in Down Under verstrichen, die
Reisekasse ist wie im letzten Beitrag beschrieben wieder prall gefüllt und es
geht auf zu Road Trip Nummer Drei. Dieses Mal führt mich die Route erst zurück an
die Ostküste, da ich bei meinen Ostküstentrip leider Sydney überspringen
musste. Das wird nun nachgeholt. Am Morgen des zweiten Tages im Monat Juli ging
es mit Ruck und Sack auf in das 1176km entfernte Sydney.
Ohne
Navigationsgerät, dafür mit Stadtkarte bewaffnet fuhren wir in das Innere der
Hauptstadt New South Wales. Eine knappe halbe Stunde später wurde das Hostel
ausfindig gemacht und ein Parkhausplatz ergattert.
Was soll nun großartiges über Sydney berichtet werden? Es
gibt die ewige Frage welche Stadt die bessere, schönere, komplettere ist –
Melbourne oder Sydney?! Ich glaube, erstens ist es kaum nach ein paar Tagen
endgültig festzustellen, auf der anderen Seite zählt doch der erste Eindruck. Und
eben deswegen ist es für mich Sydney. Das Straßensystem ist nicht wie ein
Baukastenmodell aufgebaut, was jeder Ecke ihren eigenen Charme verleiht und den
Wiedererkennungswert schürt. Demnach ist
das Verlaufen mit einer vorhandenen Stadtkarte nahezu unmöglich. Weiterer Pluspunkt ist das vorhandene U-Bahnsystem. Auch zu Stoßzeiten ergießen sich
keine Menschenmassen auf die doch angesichts der Populationsstärke zu engen
Einkaufsmeilen. Die Anzüge der gekleideten Leute sind um das Einige korrekter geschnitten
und überhaupt sehen in dieser Stadt alle wie aus dem Ei gepellt aus. Wer
behauptet Sydney sei teuer, der verkennt eindeutig das Leistungsvermögen dieser
Stadt. Wer Opera House, Harbour Bridge, eine umwerfende Harbour Side und ein
noch viel schöneren Stadtpark (von dem aus alle wichtigen Gebäude gesehen
werden können) vorzuweisen hat, kann es sich auch leisten, umgerechnete zehn Euro für ein Frühstück zu verlangen. Die
umliegenden Pubs, wie es hier so schön heißt, kommen im edlen Gewandt daher.
Überzeugen durch heiteres Ambiente im doch luxuriösen Stil – und auch hier
kostet das Bier „nur“ vier Euro. Im Vergleich zu anderen Lokalitäten in
Australien ist diese Stadt eben nicht viel teurer, wenn nicht zwingend in
Nobelgaststätten hostiert wird. Dass alle Wolkenkratze gefühlsmäßig unendlich
hoch sind, braucht nicht erwähnt zu werden.
Man muss einfach hier gewesen sein und es gespürt haben – es ist ganz
schwer zu beschreiben. Deshalb folgt auch nur eine kurze Galerie zum Erlebten.
Zu sehen sind hauptsächlich die angesprochenen Gebäude, die Harbour Side, der
chinesische Garten und ein paar unterschiedliche Impressionen.
| Harbour Side |
| chinesischer Garten in Sydney 1 |
![]() |
| chinesischer Garten in Sydney 2 |
| Die botanischen Gärten im Stadtpark von Sydney |
Roadtrip Nummer 3 – Etappe Sydney-Melbourne
Am 07.07.12 verließ ich nun das schöne Sydney, um entlang
der Küste die restlichen National Parks aufzugreifen. Viel gibt es hierzu nicht
zu sagen, außer dass der Sonnenschein mein ständiger Begleiter war. In einer
Nacht viel die Temperatur unter den Gefrierpunkt, weshalb das Auto am nächsten
Morgen freigekratzt werden musste. Auch das gibt es in Australien. Am
südlichsten Punkt des Festlandes offenbarte sich einer der wohl am besten
gepflegten National Parks überhaupt – der Wilson Promontory NP. Ein paar Küstenlandschaften
erscheinen im Glanz der Sonne prächtig, der Regenwald ist im Tau der
vergangenen Nacht herrlich grün, aber im Großen und Ganzen ist diese Ecke von
Australien eher von weniger Bedeutung. 1273km später hieß es „Hello Melbourne,
again!“
| Mimosa Rocks National Park 1 |
| Mimosa Rocks National Park 2 |
| Eine Nacht bei -3°C im Auto. Da hilft nur noch Tee am Morgen. |
| Wilson Promontory National Park |
Roadtrip Nummer 3 – Melbourne, die Zweite.
Anders als beim ersten Mal, wusste ich, wie es in Melbourne
abläuft. Demnach war die Suche nach einer Unterkunft ein Leichtes.
Hauptsächliches Augenmerk meiner Wiederkehr waren die Victoria Märkte und ein
Besuch im ACMI (Australia Centre for Moving Images). Hier steht eine Maschine,
die mit Hilfe von 36 Kameras ein Zeitlupenvideo aufnimmt. Unter nachstehendem Link ist das Video einzusehen:
http://www.acmi.net.au/timeslice/Timeslice.htm?file=ts-20120710-933270be823fc326d22ee49e8a68ecba.flv
oder eine Variante mit mir allein:
http://www.acmi.net.au/timeslice/Timeslice.htm?file=ts-20120710-763e000a5c376c3a1946d56148c418a2.flv
Vielleicht ist noch
bemerkenswert, dass die Stadt ein wenig verlassen aussah im Vergleich zum
Geschehen rund um den Australia GP ein paar Monate zuvor. Aber nach Sydney hat
es Melbourne natürlich sehr schwer erneut zu punkten. Sydney ist eindeutig die
schönere Stadt, für mich. Eine Nacht später ging es auf zur Etappe Nummer Drei –
Melbourne-Adelaide (via Great Ocean Road).
Roadtrip Nummer 3 – Etappe Melbourne-Adelaide
Hauptattraktion ist auf dieser Etappe die Great Ocean Road. „Das
absolute Muss für jeden Reisenden durch Australien!“ So wird die Great Ocean
Road in höchsten Tönen gelobt, die sich phänomenal 250km entlang der Südküste schlängelt. Auf der nachstehenden Karte befindet sich "das Stück" zwischen Geelong und Warnambool.
Der Ruf eilt diesem Gebiet voraus, was mich aber nicht davon abgehalten halt,
mir ein eigenes Bild zu machen. In der Tat muss ich eingestehen, dass der Verlauf
der Straße am Rande der Klippen allemal berauschend sein kann. Der Fahrer sitzt
somit nur einige Zentimeter von der Brandung des Meeres entfernt und hat zu
seiner Rechten National Park pur. Wer keine Zeit und Lust (oder woran es auch
immer scheitern mag) hat sich Queensland und New South Wales in seiner
Vollkommenheit genauer zu Gemüte zu führen, der bekommt hier das abgespeckte
und doch kompakte Programm zu sehen. Von absolut himmlischen Blicken über
aquamarinblaues Wasser in einsamen Buchten, über Wasserfällen, bis hin zu Koala
und Co. Die Schönheit der solitärstehenden Leuchttürme verliert dabei am Rande
nahezu ihre Bedeutung. Alles ist hier vertreten. Selbst düsteres Wetter und
Regen kann dem Charme des Areals kaum etwas anhaben. Schließlich führt ein
Großteil der Strecke durch den so typischen Regenwald, der nun im frischen Grün
mit Nebelbänken daher kommt. Letztlich gibt es viel mehr zu sehen, als die
berühmten zwölf Apostel.
Und doch wirkt es am Ende aufgesetzt. Die Popularität dieser
Strecke schlägt sich in den Preisen der buchbaren Unterkünfte nieder und vier
Euro für eine kleine Flasche Wasser im einzigen Supermarkt weit und breit sind
auch für australische Verhältnisse reinster Wucher. Unzählige Reisebusse reihen sich mit ihren
Passagieren an den Highlights des National Parks auf. Ebenso der Umstand, dass
alles bequem in ein paar Minuten Fußmarsch durch die vielen Parkplätze zu erreichen
ist, nimmt der Great Ocean Road seine Natürlichkeit. Freie Campingmöglichkeiten
werden vergeblich gesucht. Wer innerhalb des riesigen National Parks schlafen
möchte, muss sich einer der überteuerten Unterkünfte hingeben, solange wir uns
auf dem legalen Wege befinden. Es ist einer der absoluten Tourismusmagneten und
das lässt einem das Portemonnaie an jeder Ecke spüren. Inszenierung hin oder
her, wann begegnet man schon einmal einem Koala mitten auf der Straße? Hier hat
man sich das Paradise bequem vor die Haustür gebaut. Nachstehend eine Galerie
zum 250km langen Geschehen:
| Esikin Falls Foto geschossen von der Plattform |
| Esikin Falls Foto geschossen aus dem Fluss |
| Apollo Bay |
| Märchenwald? |
| Die zwölf Apostel (nicht alle erkennbar) |
Was den Rest der 1003km langen Etappe geschah, lässt sich in Knappheit abtun. Ein kurzer Zwischenstopp in der bereits gesehenen Stadt Mount Gambier verhalf mir zu freiem und vor allem kostenlosen Internet, weshalb ich das neue Autoradio, im musikalischen Sinne, Road-Trip-tauglich machen konnte. Ein paar Updates hier, ein paar Klicks dort und ich befand mich wieder auf der Straße in Richtung Adelaide. Auf Grund des Zeitplanes, musste die eine oder andere Stunde zwangsweise verbracht werden, was sich in einer erweiterten Route entlang der Küste niederschlug. Viel zu sehen war auch hier nicht, da der befahrbare Asphalt häufig mehrere 100m von der Brandung entfernt lag. Sehenswert ist das kleine Örtchen Beachport, wo der Ozean in einem himmlischen aquamarinblau in der untergehenden Sonne schimmert. Da stört auch der salzige Geruch in der Nase neben den herumfliegenden Möwen wenig. Etwas weiter aufwärts begegnet der gemeine Reisende eines der unzähligen „Big Things“, wie die überdimensionalen Kopien der Wahrzeichen einer Stadt liebevoll in Australien genannt werden. Dieses Mal heißt „Larry – The Lobster“ (Larry – der Hummer) den Heimkehrenden abseits der Straße willkommen. In Murray Bridge bekam das Auto zudem zwei brandneue Hinterreifen. Nun steht das aktuelle Fahrverhalten in keinem Vergleich zum damaligen, als wir es erworben hatten.
| Der himmlische Strand in Beachport im Sonnenuntergang |
| Larry - The Lobster |
Road Trip Nummer 3 - Adelaide, die Stadt mit zwei Gesichtern
Der Staat Süd Australien beherbergt 1.622.700 Einwohner
(Stand 2009 laut Wikipedia), wovon rund 1.158.000 in Adelaide wohnen. De Facto leben
71% der absoluten Bevölkerung auf lediglich einem Fünftel Prozent der gesamten
Fläche des Staates. Man vermutet daher eine recht überfüllte Hauptstadt
vorzufinden. Fehlanzeige! Man überfährt regelrecht die vorgelagerten
Stadtbezirke dank Highway und findet sich im Handumdrehen in der Innenstadt
wieder. Der Stadtkern ist umzingelt von der grünen Lunge des Stadtparks woran
die Vororte grenzen. Die Straßen sind für die doch recht geringe
Bevölkerungsanzahl überdimensional. Was Kultur und Sehenswürdigkeiten angeht
hat Adelaide leider nicht sehr viel zu bieten. Allerdings kommt der Besucher
auch nicht wegen kulturellem Gut in die Hauptstadt, sondern ist doch eher am
Genuss der örtlich produzierten Weine interessiert. Das Barossa Valley liegt
nur unweit entfernt und ist weltweit für seine reiche Weingüter bekannt und
geliebt. Man begibt sich hauptsächlich in die hiesigen Restaurants um einer der
zahlreichen Weine zu verkosten oder gegebenenfalls eine Tour mit gleichem
Hintergrund zu buchen. In Adelaide dreht sich alles um den Wein. Wem das nicht
reicht, der kann ein Besuch im Staatsmuseum abhalten und sich etwas tiefer in
die Geschichte Südaustraliens einarbeiten. Die Stadt ist territorial in einem
Schachbrettmuster generiert, was alle wirkenden Bezirke durch die riesigen
Straßen fein säuberlich voneinander trennt.
So befindet sich auf der einen Hälfte das Einkaufszentrum mit samt dem
Geschäftssektor, auf der anderen ist die Partymeile. Und genau an diesem Punkt
wird Adelaide besonders für junge Menschen sehr interessant. Wer tagsüber die
Massen auf den Straßen vermisst, hat abends beziehungsweise in der Nacht Mühe
einen Fuß vor den anderen zu setzen. Dank des unendlichen Zuflusses an neuen
StudentINNEN ist die Stadt Adelaide wohl die Partyhochburg der Australier
Nummer Eins. Wer hier nicht in einem der tollen Clubs gastiert hat, hat auf
jeden Fall etwas auf seiner Australienreise verpasst. Der Einlass gleicht der
Sicherheitskontrolle am Flughafen. Taschen müssen komplett entleert werden, man
geht durch die Metallkontrolle, die persönlichen Gegenstände werden auf einem
Monitor per Infrarot durchleuchtet und nach der manuellen Abtastung der
Sicherheitsleute darf man sein Reisepass einscannen lassen sowie freundlich in
die Kamera lächeln. Prozedur hin oder her, ein absolut sicheres Gefühl darf
jeder in diesem Club haben. Über Eintrittspreise wird an dieser Stelle nicht
gesprochen. Was dann in den nächsten Stunden erlebt wird, ist nur mit Zensur
(rote Klammern) zu erklären: [……..]!
Anschließend begibt sich das Partyvolk auf die anliegende Fastfoodmeile, um bei
billiger Pizza und Bier die vergangene Nacht Revue passieren zu lassen. Damit hat der Durchschnittsreisende leider
aber auch schon das wichtigste der Stadt Adelaide gesehen. Einige Kilometer
östlich sind zwei deutschstämmige Ortschaften vorzufinden, deren Besucher allerdings
nicht wirklich von Nöten ist. Fazit: Wer Wein und edle Restaurants liebt, sich
im Nachtleben wohlfüllt oder mit dem Gedanken spielt in Australien zu studieren,
der ist in dieser Metropole bestens aufgehoben.
Road Trip Nummer 3 – Wenn der Asphalt den Himmel am Horizont küsst (Adelaide – Ayers Rock – Port Lincoln)
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| Die Etappe im Gesamten (3184km). |
Etwas gelangweilt brach ich am 18.07.12 von Adelaide in
Richtung Ayers Rock auf. Dass es eine anstrengende, sehr eintönige und vor
allem sehr lange Etappe (3184km) bevorstehen wird, war mir bekannt. Um die
Kosten minimal zu halten, holten wir uns einen weiteren Reisegefährten an
Board, den ich bereits von meiner Unterkunft in Bordertown her kannte. So wurde
David, ein aus Vancouver (Kanada) stammender junger Mann, um 14:30Uhr vom
Busbahnhof abgeholt und dann ging die Reise in das „rote Herz von Australien“
auch schon los. Die ersten 300km der 1600km langen Route (und das ist nur der
Hinweg) konnte elegant mit dem Berichten der Geschehnisse letzter Wochen
überbrückt werden. Danach flachte das Niveau der Konversationen merklich ab und
man beschäftigte sich vorwiegend mit den vorhandenen Musikstücken, die aus den
neuen Lautsprecherboxen erklangen. Nun klingt das alles irrelevant detailliert
und so gar nicht passend zu den vorherigen Einträgen in diesem Blog. Denn
normaler Weise wird von der Landschaft und den Herrlichkeiten der Natur
berichtet. Aber was soll schon groß berichtet werden? Wer sich im Outback
befindet schimpft nicht umsonst liebevoll er sei „irgendwo im Nirgendwo“. Die
Flora verändert sich auf der langen Etappe nur geringfügig, sodass
hauptsächlich auf überquerendes Getier geachtet wird und der Laune halber ein
Punktesystem eingeführt wurde, um etwaige Kollisionen gerecht zu bewerten. Zur
rechten Seite befindet sich gähnende Leere, und auch zur linken sieht es keinen
Deut besser aus. Hinter dem Vehikel dampft der Asphalt in schimmernder Manier.
Es ist nur zu erahnen, was in hunderten von Kilometern hinter einem passiert.
Was vor dem Auto passiert ist klar. NICHTS! Andere Reisende passieren in
Seltenheit und selbst zum Überholen gelangt man nur in Ausnahmesituationen,
dank der Tempobegrenzung von 110km/h – was auch jeder bis zum Limit hin
ausreißt, versteht sich. Wohl dem, der ein Tempomat sein Eigen nennen kann. Das
einzige was sich auf der gesamten Reise gen Norden ändert, ist die Spritnadel
und der Kilometerzähler. Beide verhalten sich natürlich proportional
entgegengesetzt. Auf etwa der Hälfte der Strecke durchquert der Reisende das
Örtchen Cooper Pedy. Hier wurden Endzeitepose wie Mad Max 3 – Jenseits der
Donnerkuppel oder Ridick – Pitch Black verfilmt. Einige Requisiten sind aus
letzterem Streifen sogar noch anschaubar. Ansonsten glänzt die Stadt
hauptsächlich mit verlassenen bzw. ausgebeuteten Opalfeldern, weshalb es
teilweise wie nach einem Bombardement aussieht – Krater an Krater und
ringsherum grenzenlose Leere. In einigen Museen kann die Geschichte der
hiesigen Opalschürfer nachempfunden und gegen etwas Aufgeld auch selber nach
den wertvollen Edelsteinen gesucht werden. Im Informationszentrum liest man
aufgrund der fehlenden Vegetation und anhaltender Dürre gerne den Vergleich mit
der Marsoberfläche. Aber wer kann dazu schon etwas sagen? Ich war jeden Falls
noch nicht auf dem Mars. Knappe 30km nordwärts passiert man ein Gebiet namens
„The Breakaways“. Hier verspricht das Informationszentrum eine Landschaft, die
vergleichbar mit der der Mondoberfläche sein soll. Interessant anzumerken ist weiterhin die
Tatsache, dass der Sprit in Richtung Ayers Rock von läppischen 1,1€ bis auf
sagenhafte 1,7€ ansteigt. Für australische Verhältnisse reinster Wucher. Aber
der Tourismus macht es möglich. In Deutschland ist dieser Umstand vermutlich
schon zur Gewohnheit übergegangen. In der Mittagsonne verliert das Auge zudem das
ersichtliche Ende der Straße, sodass der Asphalt am Ende nahezu am Rand der
Erde abzuknicken scheint. An dieser Stelle verschmilzt der Untergrund
regelrecht mit dem Himmel am Horizont. Diverse Einheimische sprechen übersetzt
davon, wie die „Straße am Horizont den Himmel küssen“ würde. Haarspalterei hin oder her – es ist
verblüffend anzuschauen. Gute 1000km
aufwärts, 250km weiter westlich ist die Tortur überstanden und das Ziel
erreicht. (Unterwegs wird ein weiteres Mal die Staatsgrenze überquert. Es geht
zurück ins „Top End – The Northern Territory“) Der Ayers Rock. Egal von welcher
Perspektive dieser überdimensionale rote Fels betrachtet wird, kein Foto vermag
es ihn in seiner Totalität einzufangen. Etwas 50km vom Ayers Rock entfernt,
kann eine weitere Gesteinsformation begutachtet werden. „Die Olgas“ sind zwar
nicht ganz so berühmt, wie ihr prominenter Nachbar, sehen aber ebenso
wunderschön im Sonnenlicht aus. Wie viel Zeit an diesem heiligen Ort der
Aborigines verbracht wird, ist einem selbst überlassen. Das Eintrittsticket von
umgerechneten 22€ gewährt den Aufenthalt von 72h. 2.5 Stunden später befand ich
mich allerdings schon wieder in Richtung Süden. Letzten Endes bleibt ein Fels
ein Fels und irgendwie verfliegt der WOW-Effekt ebenso schnell, wie er plötzlich
auftauchte. Die Rückreise könnte identisch ausgeschmückt berichtet werden. In
Kurzfassung heißt es nach weiteren zwei Tagen und 1400km endlich Port Lincoln.
Das Leben und die herrlich grünanzuschauende Umgebung hatten mich endlich
wieder. Fazit der rund 3000km langen
Etappe: Es ist ein Eindruck den sich vermutlich kein Reisender in Australien entgehen
lässt. Und fairer halber muss ich gestehen, dass mir der Anblick imponiert hat.
Aufgrund der ebenen Fläche ist jede Nacht eine atemberaubende sternenklare
Nacht. Nirgendwo anders habe ich bis jetzt in Australien so viele Sterne in
aufeinanderfolgenden Nächten zählen können. Der Anblick ins Weltall entschädigt
jeden Abend auf ein Neues für die stundenlange Quälerei hinter dem Lenkrad.
Strapazen hin oder her.
Wer weiß schon, wann man das nächste Mal die
Gelegenheit bekommt in Australien zu
reisen?
Anbei die Galerie zu den letzten Tagen:
| Das Raumschiff aus Pitch Black - Planet der Finsternis |
![]() |
| Cooper Pedy |
| Der NP des Uluru |
![]() |
| Uluru 1 |
| Uluru 2 |
| Uluru 3 - Eckansicht |
| Uluru 4 - Eckansicht der Sonnenuntergangsseite |
![]() |
| Uluru 5 und "Die Olgas" im linken Hintergrund - von der Sonnenuntergangsplattform |
| Die Olgas |
| "Die Olgas" von der Dünenausichtsplattform |
| Und natürlich muss während der Fahrt etwas die Zeit tot geschlagen werden. |
Road Trip Nummer 3 – Port Lincoln
Leider musste ich unverrichteter Dinge aus der schönen Stadt
abreisen. Sie liegt mit ihren knapp 15.000 Einwohnern herrlich ruhig am
südlichen Zipfel des Eyre Peninsula Dreiecks.
Einzig die wuchtige Werft schmälert den bezaubernden Anblick der
Strandpromenade. Hier reihen sich Kaffees und Restaurants aneinander bevor es
jenseits der Straße direkt in die Brandung des Meeres übergeht. Die üblichen
Palmen und öffentlichen Grillstellen machen das Bild um den Steg vollkommen.
Hier gilt „Sehen und Gesehen werden“ beim obligatorischen Wein in einer der
Lokalitäten.
Eigentlich war hier eine Tauchexkursion mit dem weißen Hai
geplant, allerdings befanden sich diese seit etwa einer Woche nicht mehr vor
der Küste Port Lincolns. Über einen Reiseanbieter kann ein Segeltrip mit
anschließendem Tauchgang gebucht werden. Der eintägige Trip führt hinaus auf
die Neptuninseln, wo man bei Sichtung der weißen Haie in einem Stahlkäfig in
das Meer herabgelassen wird. Der enge Zeitplan erlaubte es mir lediglich einen
Tag nach Ankunft in Port Lincoln auf eine veränderte Statusmeldung zu warten,
bevor ich mit meinen Reisegefährten Richtung westaustralische Grenze aufbrach.
Da ich nun etliche hundert Dollar gespart hatte, ergab sich die Möglichkeit den
Ruf der Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Oder in diesem Fall den
Geschmacksnerven die ein oder andere Köstlichkeit zu erlauben. Port Lincoln
bezeichnet sich als die Welthauptstadt des Tunfisches. Im Allgemein steht auf
jedem Gericht als Beilage mindestens eine Art Meeresfrucht. So begab ich mich in das edle
Port Lincoln Hotel – Sarin Restaurant und genoss die unglaublich frisch
daherkommende Vielfalt der Meerestiere. Kleine Garnelen, große Garnelen,
Muscheln, drei unterschiedliche Arten Fisch (paniert, normal), Muscheln,
Fischchips, Hummer, Tintenfisch und natürlich Austern. Mit oder ohne
Zitronensaft; mit oder ohne beiliegenden Salat; mit oder ohne der köstlichen
Tartarsoße – es war einfach ein Erlebnis wert. Auf dem nachstehenden Bild ist ebenso
ein Tunfischsteak zusehen. In diesem Sinne: Guten Appetit.
Road Trip
Nummer 3 – Etappe Port Lincoln – Esperance
Die
1806km lange Etappe verläuft zunächst entlang der Westküste des Eyre Peninsula
Dreiecks, bevor es bei Ceduna gen Westen überläuft. Dieser erste Abschnitt ist
vornehmlich von kleineren Fischerdörfen mit schönen Badestränden (Coffin Bay,
Sheringa Beach, Lockswell Beach, Anxious Bay, Venus Bay, Baird Bay, Searcy Bay,
Sceale Bay, Streaky Bay, Smoky Bay) gesäumt, die jedoch alle mehr oder weniger
im Schatten von Port Lincoln stehen. Keine dieser Ortschaften vermag es, den
Charme der Tunfischwelthauptstadt gleich zu kommen. Dennoch gibt es hier die
ein oder anderen landschaftliche Aspekte zu bestaunen. In dem Ort Elliston
führt eine Schotterstraße auf den naheliegenden Great Ocean Drive. Hier
offenbaren sich zerklüfte Felsklippen, die perfekt von den jeweiligen
Aussichtsplattformen in Augenschein genommen werden können. Zudem wartet an
jedem Aussichtspunkt ein skulpturales Highlight auf den Besucher.
Bei Ceduna wird dann das erste Mal die Zeit um 45 Minuten zurückgestellt
– es geht ja gen Westen und damit gegen die Uhr. Überrascht von dem doch recht
warmen australischen Winter (Durchschnittswert über den Tag bei etwa 15°C),
konnte ich die dicken Jacken und Hosen wieder getrost in den Reisekoffer
verbannen. Leider ist die Reisezeit doch sehr beschränkt, da der Sonnenaufgang
meist gegen 7.30Uhr stattfindet, der Sonnenuntergang aber schon gegen
spätestens 18Uhr vollzogen ist. Somit heißt es jeden Morgen zeitig aufstehen,
soviel aus dem Tag wie möglich rausholen (weil Fotos im Dunkel macht kaum Sinn)
und weitere zwei bis drei Stunden in der Nacht das nächste Ziel ansteuern. Und
an diesem Punkt ist ein oft auftretendes Phänomen zu erklären: Der
Road-Train-Eskort. Aufgrund der zahlreichen Wildunfälle auf australischen
Straßen, vornehmlich außerhalb großer Ortschaften, wird einem das Fahren bei
Nacht als gefährlich bis unmöglich angepriesen. Einzige Option: Sich hinter einen 40Tonner klemmen – der
macht die Straße gewiss frei. So kann es passieren, dass auf der nächtlichen
Fahrt schon einmal Eskorten entgegenkommen, wo der Laster bis zu sechs Autos im
Schlepptau hat. Dennoch, Sicherheit geht vor.
Bei Ceduna beginnt die „Great Australien Bight“ und mit groß
wird in diesem Fall noch untertrieben. Es ist riesig, schier unendlich. Die
Südküste des australischen Kontinents geht runde 1100km entlang der Küste und
hat das ein oder andere Highlight anzubieten. Neben den obligatorisch
makellosen Stränden, passiert der Reisende zwölf Kilometer vor Nullabor den
„Head of Bight“ im Great Australian Bight Nationalpark. Hier ist von May bis
Oktober die Besichtigung der „Great
Southern Whales“ möglich. Für elf Dollar gewährt das dortige Unternehmen
Einlass auf die an der Küste installierte Plattform, mit eindrucksvoller
Aussicht auf die vor den Klippen liegenden Walen. Die Muttertiere ziehen ihre
Neugeboren im genannten Zeitraum in diesem Gewässer führsorglich auf und liegen
spielend oder völlig regungslos im Wasser. Fotoschießen leicht gemacht! Und ein
imposanter Anblick alle Mal. Am 24.07.12 waren acht Muttertiere mit jeweils
einem Jungtier zu begutachten.
| Head of Bight 1 |
| Head of Bight 2 |
| Head of Bight 3 |
| Head of Bight 4 |
Gute 100km weiter westliche, kann der Besucher die Bunda
Cliffs genauer unter die Lupe nehmen. Von der Zeit gezeichnete Klippen trotzen
hier wiederwillig jeglichen Einfluss des Südpolarmeeres.
| Bunda Cliffs |
Nach weitere 80km hat man es dann endlich geschafft! Willkommen in West Australien.
Eine lächerliche Sicherheitskontrolle (es darf kein Obst, keine Früchte, kein Getier und keine Pflanzen eingeführt werden (Ich denke, der Zollbeamte hat das ganze Gepäck gesehen und war einfach zu „beschäftigt“ alles nach Norm zu untersuchen und hat uns lediglich gefragt, ob wir eines der genannten Objekte mitführen würden)) und ein paar Fotos später ging der absolute Wahnsinn auch schon los. Das eingeführte Tier-auf-der-Straße-Punktesystem musste wieder in Kraft treten. Und das auf einer schnurrgeraden Straße. Bei nächtlichen 80km/h eine Tortur, bei täglichen 110km/h einfach nur gähnende lange Weile angesagt. Nur gut das man nicht allein in dem Gefährt sitzt. Die ersten 340km gibt es kaum Windungen, bevor dann folgendes Schild am Straßenrand auftaucht.
Gute 80 Minuten später und ein paar Punkte reicher, war auch das überstanden. Weiter 200km später hat das Drama dann endlich ein Ende und man darf Richtung Süden – Esperance abbiegen. Zu aller Erleichterung verändert sich das trostlose, baumlose, vegetationsarme Landschaftsbild zurück in üppiges, gewohntes Grün. Nach aufklarender Regenfront waren manchmal herrliche Lichtspiele am Himmel zu bestaunen.
Und noch zwei weiter Impressionen, die sich sehenswert abseits der Strecke in Szene setzten:
| Eines der unzähligen Blowholes in dieser Gegend.
Road Trip Nummer 3 – Esperance und der „Cape Le Grand
National Park“
Am
25.07 erreichte Ich die Stadt Esperance. Über das kleine Örtchen, was als erste
„größere“ Ortschaft nach der Nullaborebene bezeichnet werden kann, müssen nicht
viele Worte verloren werden. Die schöne Strandpromenade lädt zu gemütlichen
Spaziergängen ein, das vorhandene Shoppingcenter gewährt die üblichen
Einkaufsmöglichkeiten. Einzig die riesigen Nordmanntannen lassen darauf
schließen, dass es diesen Ort schon etwa genauso lange gibt wie Adelaide.
Demnach ist Esperance hauptsächlich Zufluchtsort für die umliegende Bevölkerung
in der Ferienzeit. An den Charme der Stadt Port Lincoln kommt es nur schwerlich
heran, obgleich die dimensionalen Verhältnisse vergleichbar sind. Port Lincoln
hat zudem „die weißen Haie“, reiches Vorkommen an Fisch und anderen
Meerestieren und biblische Restaurants. Esperance dagegen ziert sich mit dem „Cape
Le Grand National Park“ – einer Perle von einem National Park. Wer diesen Ort
nicht besucht hat, der hat die Südküste Australiens nicht bereist. Etwa 25km
östlich der Stadt Esperance liegt nun dieser Edelstein eines National Parks.
Ich habe in Australien in den vergangen neun Monaten viele NP´s gesehen, jedoch
ist dieser einer meiner Favoriten. Die Eintrittskosten sind mit elf Dollar pro
Automobil human, wirken gegenüber dem Können des NP´s jedoch eher lächerlich.
Camping ist erlaubt, BBQ-Stellen an jedem großen Interessenpunkt, sanitäre
Anlagen – die selbst in einem Krankenhaus nicht sauberer wären (Duschen ebenso
vorhanden), bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Karten und nicht zu guter
Letzt die Hauptattraktion: Natur, wie man sie sonst nicht an der Südküste
Australiens zu bestaunen bekommt. Wer schon immer einmal Strände wie aus dem
Bilderbuch in Wirklichkeit sehen wollte, der ist hier genau richtig. Es fällt
schwer, diese perfekte Konstellation in Worte zu fassen, wenn es denn überhaupt
möglich ist. Selbst die in der Galerie gezeigten Bilder werden nur einen
Bruchteil der Atmosphäre wiedergeben können. Zunächst folgt der Besucher der
asphaltierten Straße zwischen einem Meer von Wildblumen hindurch über deren
Häuptern nur ein einziger Berg thront, dessen Spitze mit viel Fantasie einem
„Adler“ gleichkommen könnte („Eagle Point“).
Entlang
der herrlichen Landschaft weisen die Schilder auf die dortigen Buchten hin.
Jede Einzelne ist schöner als die andere. Weißer Sand, wobei die Farbe Weiß
schon eigentlich gar nicht mehr Weiß genug ist; türkises Wasser, Sonnenschein,
endlos blauer Himmel und natürlich des salzige Geschmack in der Luft. Dass sich
hier und da Algen zu riesigen Haufen am Strand ansammeln, stört gar nicht. Im
Gegenteil. Es macht das naturbelassene Bild nur noch umso vollkommener.
Spätestens am „Lucky Beach“ ist man dem Charme verfallen, hat jegliche Klippen erklommen
und hat ebenso aus jedem erdenklichen Winkel ein Foto geschossen. Niemals
scheint das Weitwinkelobjektiv weitwinkelig genug. Glücklicherweise gibt es ja
die Panoramafunktion. Zu guter Letzt bleibt nur noch eines übrig. Campingstühle
raus, Badehose an, in die Brandung setzten und bei winterlichen 20°C im puren
Sonnenschein das ein oder andere kalte Bier genießen.
Aber
nun seht selbst, was ich herrliches an diesem Tag erlebt habe (drei Kameras, drei Perspektiven):
Eine hundert Meter hohe Klippe direkt am Strand. Oder ist es doch nur die Perspektive?
Road Trip
Nummer 3 - Esperance - Monkey Mia
Wir
schreiben mittlerweile den 27. Juli und ich befand mich auf den Weg in das
sagenumwobene Monkey Mia. Meine
Reisegefährten und ich beschlossen wegen anhaltender Schlechtwetterfront in den
wärmeren Norden aufzubrechen und die Ecke unter Perth im wahrsten Sinne links
liegen zu lassen. Zwischen Esperance und dieser Ortschaft liegen 1555km, die in
diesem Fall in zweieinhalb Tagen zurückgelegt wurden.
Auf dieser Route gibt es
nur ein großes Highlight: die Stadt Hyden, mit dem berühmten Wave Rock. Diese
perfekt geprägte Welle aus Granitgestein ist durch die Zeit vom Wind in den
gegenwärtigen Zustand geformt worden und ist das ein oder andere Foto allemal
wert. Dem Besucher ist es zudem gestattet, auf der Welle entlang zu laufen und
den dahinter liegenden Staudamm zu besichtigen.
Allerdings
ist dies nicht das einzige, was hier bestaunt werden kann. Ein paar Kilometer
die Straße aufwärts, kann eine weitere ungewöhnliche Gesteinsform begutachtet
werden. Der Nilpferdoberkiefer ist angeblich mit der Zeit durch Wind und Wetter
sowie mikrobakterielle Prozesse entstanden (so erläutert die
Informationstafel unweit des Gebildes).
Von hieran passierte nichts Nennenswertes bis zum nächsten
Etappenziel Monkey Mia.
Road Trip
Nummer 3 – Monkey Mia (Shark Bay World Heritage Area)
Die
Proschüre versprach so einiges, weshalb die Erwartung
dementsprechend groß waren. Aber wie immer, sieht die Realität natürlich wieder
viel ernüchternder aus. Versprochen wird „schwimmen mit Delphinen“,
„zutrauliche Delphine und anfassen der Tiere möglich“, „Fütterung der Deplhine
durch den Besucher“. Im Endeffekt liest sich die Aufmachung verlockend, weshalb
ein Besuch unumstritten Pflicht ist. Ob man nach dem Geschehen noch die
gleichen Gedankenzüge hegt, ist dagegen eher fraglich. An diesem schönen
spätsommerlichen Herbsttag befanden sich nun 123 Gäste am abgesteckten
Strandbereich und warteten auf das Eintreffen der Delphine. Was der Proschüre
vorenthalten wird ist nämlich, dass die Delphine nach ihrem Empfinden zwischen
neun Uhr morgens und zwölf Uhr mittags selbstständig an den Strand zu finden
haben, um gefüttert werden zu können. So
blendet das Infoblatt schon das erste Mal über die Tatsachen hinweg. Dass
lediglich nur vier Delphine, und wirklich auch nur die bestimmten vier, gefüttert werden können, verrät die
Sprecherin beim gähnenden überbrücken der Wartezeit ganz beiläufig. Schließlich
soll das natürliche Jagdverhalten der Tiere aufrecht herhalten bleiben. Diese vier sind demnach bereits hoffnungslos
abhängig, was dem ganzen einen perfiden Beigeschmack gibt. Nun stehen also 126
Menschen am Strand und alle benehmen sich wie Neugeborene. Jeder will
schließlich einer der vier Auserwählten sein, der die Fütterung vornehmen darf.
Wer neu dazu kommt, mag sicherlich denken „hier gibt es eine Topattraktion“
umsonst. Im Endeffekt lässt der Trubel natürlich den Kleinkindern den Vortritt,
auch wenn das ein oder andere menschliche Individuum dafür sichtlich wenig
Verständnis hat. Vom Spektakel sichtlich gelangweilt, wende ich mich dagegen
den ersten herrlichen Sonnenstrahlen seit Mitte März zu. Schließlich muss man
für sagenhafte 8€ Eintritt wenigstens etwas mitnehmen. Letzten Endes fällt es
schwer, positive Worte für diesen Tourismusmagneten zu verlieren. Hätte man die
Informationsblätter hinterfragt, wäre vermutlich nicht eine solche Enttäuschung
entstanden. Aber wie wird so schön gesagt? Wer keine Erwartungen hat, kann auch
nicht enttäuscht werden! Jeden Falls hat ein Delphin mit seiner Flosse mein Fuß
gestreift und ein paar Impressionen sind auch entstanden.
Nach guten zweieinhalb Stunden verlies ich diesen Punkt und wandte mich dem viel schöneren Weltnaturschutzerbe zu – der Hai Bucht. Ein kühles Bier und ein deftiges Mittag an der herrlichen Strandpromenade in Denham konnten nicht schaden, um über die letzten Ereignisse hinweg zu trüben.
Road Trip Nummer 3 – Etappe Monkey Mia - Perth
Auf
dem Weg zurück durchquert man erneut das Naturschutzgebiet der „Hai Bucht“ und
passiert unter anderem den Aussichtspunkt „Eagles Bluff“. Von diesem Punkt sind
kleine Inseln sichtbar, die vornehmlich von Möwen und anderem Küstengetier
bewohnt werden.
Als
nächstes gelangt man an einen Strand der einzig und allein aus Muscheln
besteht. An manchen Stellen ist die Schicht bis zu zehn Metern dick. Das
Schnittwunden an den Fußsohlen leicht zugezogen werden können, steht dabei
außer Frage. Aber wann sieht man schon einmal einen Strand der nur aus weißen
Schalentieren besteht?
Ein
weiteres Highlight in diesem Gebiet sind die teils freiliegenden Stromatoliten.
Diesen Organismen haben wir es in erster Linie zu verdanken, dass es zur
Entstehung von Sauerstoff in den hiesigen Meeren kam. Sie sind somit der
unmittelbare Ursprung aller Lebewesen. Der typisch faszinierende
Sonnenuntergang rundet das Bald ab.
Vernachlässigt
man nun die bereits gefahrenen 120km, denn so lang ist die Strecke im
Weltnaturschutzgebiet, sind noch lediglich zirka 700km bis nach Perth
zurückzulegen. In meinem Fall mussten wir jedoch etwas Zeit totschlagen,
weshalb der gesamte Weg von Monkey Mia bis in die Hauptstadt von Westaustralien
1027km betrug. Dabei war der erste Lückenfüller der Kalbarri National Park.
Ohne jegliche Informationen überraschte dieses Stück Land umso mehr. Absoluter
Höhepunkt in denen zerklüfteten Landschaft sind die unzähligen Schluchten, in denen der Wind hindurch peitscht. Bei sommerlichen
27°C eine willkommene Abkühlung. Wer über den niedrigen Eintrittspreis hinweg
sieht, bekommt hier ein echtes Naturschauspiel zu sehen. Von den diversen
Aussichtspunkten kann ins das Tal hinuntergeschaut werden, in dem sich der
einzige Fluss weit und breit unaufhaltsam seinen Weg bahnt. Kängurus nehmen
neben anderen friedlichen Vierbeinern ein Bad im kühlen Nass und hin und wieder
ziehen riesige Falken durch die u-förmige Schlucht.
Per
Fernglas lässt sich sogar der ein oder andere Fischschwarm in seichten Teilen
des Flusses erspähen. Wer noch genauer hinschaut, entdeckt wohlmöglich die für
dieses Gebiet typischen Schwarzfusskängurus auf den Felsvorsprüngen. Das
Mutternatur zu noch mehr Perfektionismus angespornt ist, zeigt sich im
„Nature´s Window“.
Wohl
dem, der ein Weitwinkelobjektiv sein Eigen nennen kann. Wer nun für ein paar
Sekunden den Finger vom Auslöser zu vernehmen mag, ist nach einer 180° Drehung
wieder umgehend gezwungen den Zeigefinger zurück zu platzieren. Denn Jenseits
der Felswand, auf dem sich der Besucher momentan befindet, erscheint eine Oase,
die wohl selbst im Bilderbuch nicht schöner aussehen würde.
Spätestens
jetzt ist es an der Zeit, die zweite Batterie in den Fotoapparat einzulegen –
oder in meinem Fall zu hoffen, dass die Mitreisenden anständige Fotos schießen.
Von diesem Punkt aus ist es zudem möglich, einem kreisförmigen Kurs zu folgen,
was angesichts der Mittagstemperatur aber wohl nicht die cleverste Lösung war.
Schließlich gibt es noch zwei weitere Attraktionen in diesem National Park zu
besichtigen. Vom „Eagle Head“ aus teilt sich eine weitere Schlucht in zwei
Richtungen auf und gewährt erneut einen sagenhaften Blick.
Wagemutige
finden den Weg hinab zum Flussbett und schwimmen mit den dortigen
Süßwasserfischen. Wer nun noch Lust und Laune hat fährt mit dem Auto ein paar
Kilometer die unbefestigte Straße hinauf.
Wieder kann in einem seichten Fluss gebadet werden, obwohl gesagt werden
muss, dass die vorzufinden Gerüche davon wohlmöglich abhalten.
Letzten Endes ist dieser National Park einen Besuch viel
mehr wert, als die Delphine in Monkey Mia.
Auf dem weiteren Weg Richtung Perth wurden dann noch
folgende National Parks passiert:
Road Trip
Nummer 3 – Perth
Am 03.08.12 heißte mich nun die Hauptstadt Westaustraliens das erste Mal willkommen. Da ich am Ende meiner Australienreise noch einmal zwei Wochen hier gastieren werde, findet hier nur ein kürzerer Abriss des Geschehens statt. Im Trubel der Stadt entspannt man wohl am besten in weltgrößten inneren Stadtpark – dem Kings Park. Diverse Monumente erinnern an die Entstehung Perths und lassen die Heldentaten der gedienten Soldaten im zweiten Weltkrieg nicht verblassen. Ein paar hundert Meter entfernt, streift der Besucher in den botanischen Garten ab und erfreut sich einer gemischt floristischen Vielfalt. Bei herrlichem Sonnenschein wirkt der Stadtkern von der Aussichtsplattform besonders imposant.
Im
inneren der Stadt hat man die Qual der Wahl zwischen massenhaften Kaffees und
Restaurants, bevor der Weg an der zweiten Hälfte des Stadtparks vorbeiführt und
vor dem nächsten Wahrzeichen endet.
Am Hafen angekommen, lohnt sich ein Abstecher in das
vegetarische Restaurant, in dem lediglich Volontiere arbeiten und das Essen
damit theoretisch kostenlos ist. Der gute Willen lässt dennoch den
obligatorischen Dollar beim Verlassen in der Dankesschale liegen. Ohne
schmerzende Beine (Bustransfer verkehrt kostenlos auf zwei unterschiedlichen
Linien im Stadtzentrum) geht es weiter in die unzähligen Geschäfte, die
wirklich alles zu bitten haben, was man sich vorstellen kann. Spezialangebote
für den kleinen Hunger zwischen durch runden den Nachmittag ab. Zurück im
Hostel, den Magen gefüllt und angehübscht für den nächtlichen Ausgang, erweist
sich Perth jedoch als sehr kostenintensiv. Im Pub wird im Durchschnitt 8-9.5€
für 0.45Liter Bier bezahlt (je nach Marke divergiert die Preisspanne von 6,5-10€).
Wer im Zentrum zu Abend speisen möchte, sollte eine prall gefüllte Geldbörse
mitführen. Hauptgänge unter 25€ sind Fehlanzeige, weshalb ich mich mit meinen
Mitreisenden im „Outback Jack´s“
einfand. Für die 1kg Herausforderung war zwar nicht genügend Platz im
Magen (ein 1kg Steak muss in 30 Minuten verzehrt werden/37,50€), dennoch gab es
köstliche Rippen in drei verschiedenen Fleischrichtungen mit delikatem Dip.
Geschafft vom ersten Tag, lohnt sich die Reise ins 40minütig
entfernte Fremantle. Dieser schöne Vorort von Perth bietet nicht nur das
Flanieren auf dem „Cappuccino Strip“ (in dieser Straße ist nur Kaffee- neben
Kaffeelokal vorzufinden) sondern auch eine eigene Brauerei – „Little
Creatures“. Und natürlich ist diese auch ein Pflichtbesuch. Nach der kostenlosen
Tour sowie der ebenso kostenfreien Probekostung, (bis zu sechs verschiedene
Biersorten) findet man sich leicht angeschwipst auf den Fremantle Märkten
wieder. Von Obst über Fisch bis hinzu Fertiggerichten ist hier alles
erhältlich, weshalb man sich an einer der frischen Paellas probieren sollte.
Auch wenn der Preis für die nicht zu große Assiette mal
wieder übertrieben ist. Wer möchte, kann mit dem örtlichen Fahrradausleih die
andere Hälfte Fremantle´s erkunden, bevor einen der Zug wieder bequem nach
Perth zurück fährt.
Parallel zu meinem Aufenthalt in Perth fanden in London die
olympischen Spiele statt, weshalb Unmengen von Menschen vor den öffentlichen
Leinwänden saßen, um das sportliche Geschehen zu verfolgen. Witziger Weise
wussten die Besucher der Staatsbibliothek nebenan oftmals früher Bescheid, weil
die BBC im Vereinigten Königreich die Ereignisse zeitverzögert ausstrahlte. So
wusste man per Liveticker schon zehn Minuten vor der offiziellen Ausstrahlung,
wer den Wettbewerb gewinnen würde.
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