Samstag, 21. Januar 2012

Von Bowen nach Melbourne, bitte!

Da ich mir mit einem Koch ein Auto gekauft habe, die Arbeitszeit vorbei und das Konto gefüllt ist, heißt es nun wieder „Roadtrip – die Zweite“! Diesmal soll es von Bowen nach Melbourne im Zeitraum vom 21.01 bis 14.03 gehen. Die geplante Stecke umfasst in zirka 3.000 bis 3.200km und wird uns an folgenden Kernpunkten vorbeiführen: Whitsunday Islands, Frazor Island, Brisbane, Surfers Paradise, Golden Coast, Byron Bay, Sydney, Canberra und letzten Endes Melbourne. Mit enthalten sind natürlich alle Sehenswürdigkeiten auf dieser Route. Mein absolutes Highlight, wenn man überhaupt Eins benennen kann, ist der Formel 1 GP in Melbourne vom 15.-18.03 – direkt auf Start und Ziel, denn man gönnt sich ja sonst nicht.

Unser Auto und im Hintergrund die größte Mango auf der Welt.
Sicherlich werden die hiesigen LeserINNEN dafür Verständnis haben, dass es im genannten Zeitraum nur spärlich zu ausführlichen Aktualisierungen dieses Blocks kommen wird. Nichtsdestotrotz werde ich mich bemühen, nach allen großen Ereignissen ein kurzes Resümee sowie eine kleinere Galerie zu erstellen.  

Aufräumen!

und zwar eine komplette Mangoplantage. Damit hat uns der Eigentümer bis zum 20 Januar des Jahres 2012 beschäftigt, um der ganzen Sache einen glänzendes Aussehen zu verleihen. Schließlich möchte diese Farm in jenem Jahr meistbringend verkauft werden. Zu den Tätigkeiten der letzten überlebenden Backpacker auf dem Anwesen gehörten neben weiteren Produktions-(Mangopurret)  auch Landschafts-, Reinigungs- und Räumungsarbeiten. Schon mal Kisten gewaschen? So ungefähr 3.500 Stück?! Neun Stunden am Tag, klitschnass von oben bis unten bei gefühlten 45°C in der Mittagssonne? Oder 1.500 Kartons mit Heißklebepistole in sechseinhalb Stunden zugeklebt bzw. die darin enthaltenen Plastikbeutel mit Kabelbinder zugezogen? Temperaturdifferenzen innerhalb eines Meters von 50°C!? Aber es entschädigt doch unheimlich, wenn man weiß, dass es um 15Uhr nachmittags ist, weil der Schwarm Papageien wieder seine Kreise dreht. Jeden Tag exakt zweieinhalb Stunden nach der Mittagspause. Die schlimmsten Arbeiten auf der Farm? Definitiv hartnäckiges Unkraut rupfen zwischen jungen Mangobäumen in der prallen Mittagssonne – von halb 1 bis halb 4 und außerdem das Beseitigen von abgesägten Baumästen. Letzteres ist an sich nicht einmal schlimm, wären da nicht immens viele grüne Ameisen (absolute aggressiv und schmerhaft) gewesen.  Eine weitere Erfahrung war das Zurückschneiden der Mangobäume. Jeder Baum war wie ein Überraschungsei, weil man nicht wusste, ob ein Wespennest enthalten war. Glücklicherweise hat es mich nicht einmal getroffen, dafür unseren Allergiker gleich viermal in einem Gang. Die Frage nach den angenehmsten Jobs ist auch einfach zu beantworten. Eine Woche lang haben wir tausende von Mangos aus großen viereckigen Holzkisten in kleine orange um- und aussortiert (groß, klein, hart, weich und Müll). Ebenfalls nicht zu verachten, war das Umpflanzen von Gras in den allerletzten Stunden im Schatten. Auch wenn die letzten Tage anstrengend und nahezu unendlich erschienen, war es doch immer wieder toll von den unzähligen Wallabys und Kängurus auf der Plantage begrüßt und verabschiedet zu werden. Und deshalb sind bin ich ja schließlich in Australien.

In den letzten Tagen sind dann glücklicher Weise doch noch ein paar zeigenswerte Impressionen entstanden:

Die angekündigten kleinen Kisten (die so zahlreich gewaschen wurden) und die Plastikbeutel, die mit Kabelbinder zugezogen wurden (insofern 10 Liter Mangopurret enthalten waren).

Aus- und Umsortieren der Mangos

 Nein, es sind keine Osterhasen!


Meine Waschstation für 1.5 Wochen

Nach rund 750 gezogenen Kabelbindern in Akkordzeit darf man auch mal bei der 
Abteilungsleiterin nach einem Pflaster fragen, oder?

Ich habe in den ganzen zwei Monaten nur eine einzige gegessen.
Den durfte ich übrigens auch putzen und bin bei angestellter Ladefläche mit dem ganzen Mangorest aus dreieinhalbmetern herunter gerutscht – war schon ein wenig eklig!

Die angesprochenen Behälter für das Purret.




Sylvester

war 2011/2012 nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Allerdings waren mir 400€ für die reine Unterkunft in Sydney dann doch ein wenig zu viel, weshalb wir die Nacht entspannt am Pier des Hafens in der Arbeiterstadt Bowen verbrachten. Nachstehender Mitschnitt zeigt das kleine aber feine Feuerwerk zur gewohnt alljährlichen Zeit.