Freitag, 23. März 2012

Roadtrip Nummer 2 - Von Bowen nach Melbourne


Laut „Google.com.au/maps“ hat diese Route eine Entfernung von zirka 3.850km, die je nach kleinen Abweichungen auch größer ausfallen kann.  Die im Endeffekt tatsächlich zurückgelegte Distanz betrug 6.500km, was vor allem den unzähligen Besuchen in den umliegenden National Parks zuzuschreiben ist. Laut einschlägigen Informationsbroschüren ist damit die Lebenszeit eines kompletten Reifensatzes aufgebraucht, weshalb unter anderem zwei Neue auf die Vorderachse gebracht werden mussten. 



 Im Zeitraum vom 20.10.11 bis 18.03.2012 lässt sich daher eine Strecke von zirka 9350km verzeichnen.


Aber nun chronologisch von Anfang an. Mein letzter Arbeitstag war mit Freuden am 20. Januar dieses Jahres gekommen und mit den letzten Cheques in der Hand verlies ich auch zum aller letzten Mal das Gelände der Mangoplantage in Bowen. Mit einem wiedererlangten Gefühl der Freiheit wurden die sieben Sachen in den Koffer verstaut und eine verbleibende Nacht in der Unterkunft verbracht. Am nächsten Morgen startete dann Roadtrip Nummer Zwei von Bowen nach Melbourne. Die erste Station sollte dabei Airlie Beach sein. Diese Stadt ist durch ihre partyreiche Facette bei den Reisenden bekannt sowie beliebt, offenbart ein gepflegtes Erscheinungsbild nebst jeglicher Art von Shops und Einkaufsmöglichkeiten. Zentrales Highlight ist die Lagune, die in einem Meer von Blumen vor der Küste des Ozeanes erstrahlt.

Die Lagune in Airlie Beach
Allgemein ist zu sagen, dass die gesamte Hafenlandschaft von exotischen Pflanzen nahezu befallen ist. Was in Deutschland im Gewächshaus gedeiht, wuchert hier  als gepflegtes Unkraut am Straßenrand. Vier veranschlagte Tage in diesem Ort reichten auf der einen Seite, um die kleine, aber mit Clubs und Bars gesäumte Hauptstraße, zu erleben und auf der anderen Seite einen Trip auf die berühmten Whitsunday Islands zu unternehmen. Am Tage des 22. Januars diesen Jahres betrat ich folglich den Hafen der Stadt und ging an Bord der Condor, ein Segelschiff was mich über zwei Tage und zwei Nächte auf See um die genannten Inseln bringen sollte. 

Die Condor - unser Segelschiff
 Nach einem kurzen Willkommensgespräch wurden die teilnehmenden Gäste als Matrosen eingespannt – Motto hier: „Wer einen Segeltrip bucht, der muss auch mit anfassen!“ Im Einzelnen bedeutet dies für uns Segel hissen.  Bevor die Condor an diesem herrlichen Sommertag den ersten Ankerpunkt gegen 14:30Uhr erreichte, hatte ich mir bereits einen gepflegten Sonnenbrand zugezogen. Besonders unter den Fußsohlen war dieser bemerkenswert. Nun hieß es ab in die Schwimmanzüge, die wegen anhaltender Quallensaison stets von Nöten waren. Je nach Größe der Anzüge erwies sich dieses Unternehmen als mehr oder weniger beschwerlich.

Stingersuit :)
Am Bildrand sind zudem die platzsparenden Kojen zu begutachten, die für die kommenden zwei Nächte unser Schlafgemach darstellten.  Nun stand der erste Schnorchel- oder Tauchgang an.  Da ich entgegen allen anderen letzteres gebucht hatte, stand für mich eine weitere einstündige Einweisung auf dem Programm. Auch das mit gewohnter Gelassenheit absolviert, begaben wir uns ins klare Nass für den zweiten Teil der Einweisung, was vor allem Atemtechniken und Gerätebedienung der Taucherausrüstung berücksichtigte. Auf über acht Meter Tiefe herabgesunken, bestaunte die fünfköpfige Tauchergruppe die atemberaubende Korallen- und Fischvielfalt. Im Lichterspiel der untergehenden Sonne tauchten wir begleitet von Fischschwärmen am Korallenriff entlang, wobei alles nahezu identisch zu den aus Bilderbüchern bekannten Fotos erschien. Allerdings nur zum (theoretisch!) anfassen näher. Nach diesem 20minütigen Erlebnis tauchte ich bei Sonnenuntergang völlig fasziniert  in der Bucht wieder auf.  Es ist ein einmaliges und doch sehr komisches Gefühl, aus knappen neun Metern Tiefe nach oben zu blicken und keinen Schimmer zu haben, wo die Wasseroberfläche ist. Die Bewegung im flüssigen Medium ist ebenso erstaunlich wie auch ungewohnt. Geflogen ist schließlich fast Jeder schon einmal, aber getaucht? Absolut empfehlenswert! Nach einem deftigen Abendbrot, mehreren Trinkspielen und unzähligen Unterhaltungen ging der erste Tag des Segeltrips auf der im Mondschein vor einer Insel ankernden Condor zu ende. Der zweite Tag begann ähnlich wie der erste, nur das dieses Mal Schnorcheln auf dem Programm stand, was ich mehr als aller anderen über 40 Minuten genoss. Nachdem ich mit dem Rest der Gruppe fast vergessen eingesammelt wurde, begab sich die Condor in Richtung des auf Platz zehn der schönsten Strände der Welt gelisteten Strandes namens „Whithavenbeach“. Er ist deshalb so einmalig, weil der Sand hier aus 99.5% reinen Silicia besteht und sich über eine Gesamtlänge von 7.5km erstreckt. Durch die Feinheit des Sandes, nahezu Staubes, war besondere Vorsicht bei Kamera und Co geboten.  Das Gefühl des Sandes zu beschreiben könnte mit einem Barfussspaziergang auf Schnee (aber ohne Kälteempfinden) verglichen werden. Im Allgemeinen wirkt die gesamte Kulisse wie inszeniert. Der Besucher befindet sich auf weißem Strand in einer von Palmen gesäumten Bucht, die durch azurblaues Wasser paradiesisch komplettiert wird. Einzig die Schwimmanzüge und der fehlende Sonnenschein an diesem Tage, verliehen dem Ganzen einen bizarren Beigeschmack. 



Aber auch im Paradies ist nicht alles perfekt, zumal die Schwimmanzüge bei der holden Weiblichkeit irgendwie sexy aussahen. Anschließend stand ein weiterer Waldlauf an, der abgesehen von einer Aussichtsplattform keiner weiteren Erläuterung bedarf. Zurück in der Bucht von letzter Nacht, wurde unser Boot mit einem anderen zusammengeschlossen, wodurch sich ein weiterer partyreicher Abend mit konkurrierenden Crewmitgliedern ergab. Partyspiel, indem das Lied Roxanne „put on the red light“ eine ganz neue Bedeutung bekommt, oder es auf einmal wichtig wird Geschwindigkeit mit Koordination und englischen Meerestieren zu verbinden. Alles in allem – sehr unterhaltsam! Am dritten und letzten Tag des Segeltrips, war der Sonnenschein gänzlich passé und Wolken umgaben die Condor vollkommen. Mit dem einlaufen des Bootes in den Hafen, ergab sich abermals ein spaßig gemeinter Tanzwettbewerb, was auch das Ende der Whitsunday Islands Tour markierte. Den Rest des Tages nutze ich als Rekonvaleszenzzeit, um am Abend erneut in die anliegenden Bars zu schlendern.
Anbei noch eine kleine Galerie zu dem Whitsunday Erlebnis und Airlie Beach:


King Kong Island - Wer erkennt sein Gesicht?
Blick von der Promenade in den Hafen (Airlie Beach)

Am 25 Januar ging es dann planmäßig nach Rockhampton. Ein kurzer Zwischenstopp in Mackay, lediglich ein paar Shopping- sowie Museumsminuten benötigten hier meine Aufmerksamkeit, denn mehr muss zu diesem Wort nicht gesagt werden. Am späten Abend am eigentlichen Ziel angekommen wurde nach einer Unterkunft gesucht und nicht ganz überraschend mit deutschen Personen zu Abendbrot gespeist. Der 26 Januar markiert erstmalig ein Höhepunkt des gesamten Trips. 40km nordöstlich von Rockhampton gelegen, befindet sich die kleine Ortschaft Rosslyn Bay, von der mit einer Fähre auf die Great Keppel Islands übergesetzt werden kann. Vorhandene Broschüren versprechen ein vergessenes sowie verstecktes Paradies der alten Zeiten. Hochgeschraubte Erwartungen, die im Endeffekt aber als Tiefstapelungen betitelt werden müssen. Wer die Ostküste bereist und diesen Ort nicht auf seiner Reiseroute verzeichnet, war definitiv nicht an der Küste von Ostaustralien. Wer Whithavenbeach mochte, wird hiervon begeistert sein. Die Insel präsentiert sich in einer paradiesischen Einsamkeit, die ihresgleichen sucht. Sie ist nahezu komplett verlassen, der Besucher ist völlig für sich allein. Ein einziges kleines Dorf ermöglicht Unterkünfte, die aber auch hier absolut  im Sinne von „Cast away – Verschollen“ auf  das Inselleben reduziert sind. Ein kleiner Flughafen in der Mitte der Insel erlaubt nebst Fähre auch den Zugang per Flugzeug. Die Strände sind einfach nicht in Worte zu fassen, unglaublich weißer Strand (in seiner Reinheit nahezu vergleichbar mit dem des Whithavenbeaches), glasklar-azurblaues Wasser, wolkenloser Himmel, Palmen und exotische Blumen wohin das Auge blickt, Gesteinszüge, die die Buchten begrenzen, als wären sie für die Perfektion inszeniert und überhaupt wird das Ganze noch von der unendliche Korallen- und Fischvielfalt, die vor beziehungsweise in den Buchten liegen, getoppt. Nach dem Ausleihen des Schnorchelequipments und der Organisierung der Unterkunft für die kommende Nacht, verlief der Tag sehr einseitig und doch unvergesslich. Strand, sonnen, schnorcheln, nächster Strand und die ganze Aufzählung retour. Der unstillbaren Neugier der Fische zu Dank, schwimmt man hier umzingelt von diversen Fischschwärmen zwischen kleineren Haien und Schildkröten hinweg über dem Korallenriff, was sich in seinen prächtigsten Farbfacetten wiederspiegelt.   Anbei eine kleine Galerie aus Great Keppel Island:










 Mit Sonnenbrand versehen ging auch dieser Tag mit einem Spieleabend und zwei weiteren deutschen Mädels dem Ende entgegen. Am 27. Tag des Monats Januar wurde dann die andere Hälfte der Insel besichtigt. Auch hier wieder Strand, Wasser und Sonne. Bis 15:30Uhr hieß es Entspannung pur, bevor es mit der Fähre wieder auf das Festland zurückging. Die Welt schreibt nun den 28. Januar und für mich geht es weiter in Richtung Agnes Water, angeblich „der Ort“ um Surfen zu lernen. Allerdings macht der Regen einige Straßen unpassierbar, sodass ein Umweg von satten 450km in Kauf genommen wurde, um sich von dem Versprechen überzeugen zu lassen. So ging der Weg über Galdstone, Gin Gin, Bundaberg zurück nach Agnes Water. Im Hostel angekommen und eingechecket, wurde ein üppiges Barbecue zubereitet. So sollte doch jede Unterkunft ihre Reisenden empfangen. Am darauffolgenden Tag stand ich dann das erste Mal auf einer Welle, auch wenn nur kurz, da die Verhältnisse bei immer noch anhaltenden Regen und rauer See nicht gerade einsteigerfreundlich waren. Dennoch gab es Lob von den Einheimischen, mit denen ich unterwegs war. Planmäßig stand für den 30. Januar die Besichtigung der Rumfabrik in Bundaberg auf dem Plan. Hindernis war aber auch hier abermals der Regen, der nun alle Zufahrtswege zu und von der Stadt Agnes Water unpassierbar machte. Demnach mussten wir uns im Auto  von 08.30Uhr morgens bis 17.15Uhr nachmittags gedulden, bevor unser Gefährte den Weg meisterte. Auf dem Bild beträgt der Wasserspiegel noch 1,4m, als wir passierten lediglich noch 0.6m.



In der untergehenden Sonne wurde das Etappenziel dennoch an diesem Tag erreicht – Bundaberg. Am letzten Tag des Monats Januar versuchte ich am frühen Morgen die Schildkrötenwanderung am Strande des Mon Repos (auch Turtle Rockery genannt) zu bewundern, die für diese Jahreszeit typisch ist. Allerdings ist am Tage außer ein paar toten Babyschildkröten nicht viel zu sehen. Aber Schildkröte ist Schildkröte – Ziel erfüllt. 





 Mit dem letzten Tropfen im Tank erreichte man die Schnapsfabrik in Bundaberg, die für ihren Rum australienweit bekannt ist. Eine Führung, ein paar Promille durch die Schnapsverkostung schwerer und um ein T-Shirt reicher, war auch dieses Ziel auf der Liste abgehackt. Zusagen ist zu diesem Unternehmen nicht sehr viel, da der Großteil maschinell abgewickelt wird und lediglich ein paar Kontrolleure den Produktionsprozess verfolgen. 






Bevor es in die botanischen Gärten weiterging, wurde, wie jeden Dienstag (Pizzatag bei einer Pizzakette), Pizza zum Mittag gegessen. Diese recht gepflegte Anlage wies neben einem riesigen See auch Gleise für kleine Eisenbahnen auf, die man für einen Unkostenbeitrag mieten konnte. 





In Hervey Bay ging dann auch dieser Tag zu Ende und ich war nur noch 24h vom nächsten großen Trip entfernt – Fraser Island. Dazu musste auf die andere Seite der Insel gefahren werden, Rainbow Beach. 





Hier angekommen erhielt man für den anstehenden Trip neben einer Menge Papierkram ein Briefing und eine weiter Einweisung für die Geländewagen. Da meine Gruppe allerdings einen eigenen Fahrer hatte, war dies für mich unbedeutend. Dieser Tag endete mit einigen Poolbillardduellen und netten Unterhaltungen. Am zweiten Tag des Monates Februar wurde die 120 Mann/Frau schwere Horde am Treffpunkt kollektiviert und abermals ein abschließendes Briefing abgehalten. Danach ging es mir Sack und Proviant für die nächsten drei Tage auf die aus Sand bestehende Insel namens Fraser Island. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte 15 Minuten, worauf eine zweieinhalbstündige Fahrt entlang der Küste folgte. Wie die Wellen in einem gestressten Rhythmus am Strand brachen, war einfach wunderschön zu beobachten. Die Meute wurde derweilen in zwei größere Gruppen zu je 60 Mann und folgend in jeweils drei zu zehn Mann starken Untergruppen in die Geländewagen aufgeteilt. 





Nach einem kurzen Stopp des Hungers wegen, hielt die Kolone erneut am ersten Punkt der Fraser Island Tour – Lake McKenzie. Vor unseren Augen tat sich eine Lagune auf, die man wahrlich nicht auf einer Insel aus Sand zu erwarten vermag. Das azurblaue Wasser spiegelt diese Sonnenstrahlen und die umliegenden Wälder perfekt, einzig die Unmengen von Touristen erschwerten ein stimmiges Foto. Auch hier ist der Sand ähnlich weiß. 





Anschließend führte uns ein Waldlauf durch den Regenwald, was schon ein wenig kurios ist, wenn man bedenkt, dass die Insel die Größte seiner Art ist und nur aus Sand besteht. Die Geländewagen fraßen sich regelrecht durch die Sanddünen und letztendlich gelangten wir zu unserem Campingplatz, wo sich mal wieder herausstellte, dass die Deutschen die Schnellsten im Zelltaufstellen sind. Atemberaubend war schließlich die Kulisse am Strand bei Sonnenuntergang, da im Hintergrund die Sandböen ein unglaubliches Bild ergaben. 





Nach dem Abendessen und den ersten Getränken, kam es dann zu lustigen Trinkspielen, bei denen sogar das andere Camp überlief. Am nächsten Tag wurden wir als Partyanimals von den Reiseführern tituliert - völlig zu Recht, denn jeder war noch völlig verkatert. Der nächste Tag begann mit einem kühlen Bad in einem der unzähligen Flüsse, die aus dem Inneren der Insel entspringen und schließlich in das Meer münden. Nach einstündiger Fahrt, erklomm die Gruppe eine Aussichtsplattform, die einen gewaltigen Blick über die eine Hälfte der Insel gewährte. 





Die Besichtigung eines gestrandeten Schiffwracks war außerdem auf dem Wege dorthin möglich. 





Dann fuhren wir wieder ein Stück, bis zum nächsten Stopp – Champagner Pools. Diese liegen in einer Bucht und werden ständig von Wasser durchflutet. Die durch die Felsen zustande kommenden Schäume verleihen den Wasserbecken daher ihren Namen. 





Anschließend ging es wieder zurück ins Camp, wo die letzten Essensreserven zu Nichte gemacht wurden. An diesem  Abend ging die Sache gesitteter zu, das heißt für die Meisten. Schließlich musste für eine Person noch der Notdienst gerufen werden, wobei ich persönlich aber der Meinung bin, dass das ganze mehr Wichtigtuerei als Ernst war. Die darauffolgende Nacht war aufgrund des mangelnden Alkohols nicht so erträglich, wobei das Aufstehen aber um einiges leichter fiel. Nach dem Frühstück wurde das Lager abgebaut, alle Reste beseitigt und die Gruppe fuhr das letzte Mal in das Innere der Insel. Nach 40 minütigem Waldmarsch präsentierte sich eine Dünenlandschaft, die vermutlich in der Sahara nicht anders aussehen würde. Allerdings lag dahinter eine einsame Oase mit Süßwasserfischen, in der bedenkenlos geschwommen werden konnte. Nach diesem Aufenthalt hatten wir noch einmal "Restemittagessen", bevor wir dann um 14.00Uhr mit der Fähre wieder auf das Festland übersetzten. Auf dem Weg dorthin „rettete“ die Gruppe noch eine gestrandete Schildkröte, wobei nachstehendes Foto entstand.





Alles in allem war dieser Trip schöner als Whitsunday Islands, weil die Erwartungen von vornherein nicht so hochgeschraubt wurden, obgleich sie den gestellten trotzdem  gerecht wurden. Die Gruppen waren besser besetzt und damit auch lustiger, das Wetter war perfekter und die Kulisse an sich einfach vielfältiger. Einzig allein die Bremsen (Fliegen) haben ein wenig den Gesamteindruck getrübt, da  diese sich vor allem beim Sonnen als sehr hartnäckig erwiesen. Aber auch auf dieser paradiesischen Sandinsel ist halt nicht alles perfekt. Am späten Nachmittag fanden sich alle Reisenden wieder in ihrem Hostel ein. Zum Glück hatte ich alle Wertsachen im Auto verstaut, denn in der Zwischenzeit wurde in allen Hostels in diesem Ort eingebrochen. Sicherlich ein ziemlicher Schock, nach einem so wundervollen Trip. Aber nochmals, mich betraf es zum Glück nicht. In Noosa (nächstes Etappenziel) angekommen präsentiert sich die Stadt in einem sehr exklusiven Gewand. Vereinfacht könnte diese Ortschaft "das kleine Beverly Hills von Queensland" genannt werden,  oder „die Stadt der Kreisverkehre“. Noch nie zuvor hat sich mir ein Kreisverkehr nach dem anderen aufgetan. Ohne Navigationssystem ist der gemeine Autofahrer hilflos, denn Ampelanlagen sind in dieser Stadt eine Fehlanzeige. Ein Haus ist hier luxuriöser als das andere und europäische Erstklassewagen präsentieren sich in Hülle und Fülle. Australische Musclecars sind hier kaum zu sehen und im Allgemeinen spielen die Reisenden hier nur eine kleine, gänzlich nichtige Rolle. Die Gesellschaft wird vornehmlich von den Einheimischen repräsentiert, was sich nicht zuletzt an den Preisen in den anliegenden Geschäften der Promenade äußert. Die Einwohner tummeln sich vorwiegend an den abgeschiedenen, naturbelassenen Stränden, wo die Wellen brutaler, höher, schöner sind – den Hotspots für Surfer. Die Leute sind gelassener, freundlicher, was dem Charme der Stadt alle Male zu Gute kommt. Die Promenade ist wohl etliche Kilometer lang und gesäumt von unzähligen Barbecuestellen, Palmen, diversen Bars (die allerdings gänzlich auf die Partyszene verzichten) und natürlich dem vertrauten Rauschen der Brandung am Strand. Die atemberaubende Küstenlandschaft tut ihr übriges, wie auf den nachstehenden Fotos zu erkennen ist. Ein Traum am Rande des Daseins und für mich nach Great Keppel Island ein weiterer Höhepunkt entlang der Ostküste. Am Ende des zweiten Tages in Noosa wurde dein Restaurant aufgesucht, in dem es angeblich den besten Burgen von Queensland geben soll. Schließlich gewann dieser 2010 einen Preis für den genannten Wettbewerb. Allerdings war diese Mahl alles andere als königlich. So strichen auch diese 48 Stunden ins Land. Anbei eine kleine Galerie zu Noosa:





*Kann jemand die knallrote Ducati im Wohnzimmer im rechten "Glasteil" erahnen?*






Nächster Halt: Australia Zoo. Ein Tag vor meinem 23. Geburtstag hieß es ab in den Zoo – Steve Irwins Zoo, um genauer zu sein. Der Krokodiljäger ist vorrangig durch internationale Fernsehprogramme bekannt beziehungsweise berühmt geworden, hat hier zu Lande ebenfalls viel Ruhm erreicht und nicht zuletzt deshalb einen Themenpark kreiert. Als nicht anderes kann dieser Ort bezeichnet werden. Wer bislang in den hiesigen Zoos seiner Umgebung verweilte, wird auf Anhieb feststellen, dass dies mehr auf einer touristischen Attraktion basiert, obgleich die einheimische Tiervielfalt in breiten Rahmen offenbart wird. Weiterhin finden sich in dem einen oder anderen Themengebiet internationale Tierarten, die sonst nicht auf dem Kontinent heimisch sind. Der Besucher  findet sich auf allen Teilen der Erde wieder, angefangen von Australien, über Süd-Ostasien, Europa, Afrika und sogar kleine Abschnitte von Amerika.  So stolzierte ich, wie ein kleiner Junge bei seinem ersten Besuch in dem Zoo, durch die riesigen Eingangshallen. Absoluter Höhepunkt stellte für mich die Tigershow dar, von der es allerdings keine Bilder gibt, weil die Batterie der Kamera bereits ihre letzten Kräfte entbehrte. Und da Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen, hier eine kleine Galerie der Artenvielfalt:  







*Wie viele? 1 oder 2? Wer nicht sicher ist, sollte auf den unteren Bildteil achten.*






An selbigen Tag ging es  in das 70km entfernte Brisbane, die Hauptstadt von Queensland. Hier angekommen, offenbarte sich mir ein absolutes Verkehrschaos zur Rushhour. Die Stadt verfügt trotz 1,86Mio Einwohner über keine U-Bahn, weshalb die Verkehrssituation zu Stoßzeiten eine echte Zumutung ist. Allerdings konnten das Hostel auch ohne Navigationssystem nach zweistündiger Suche in der Innenstadt lokalisiert werden und nach einem kühlen Blonden ging auch an diesem Tag die Sonne unter. Die unzähligen E-Mails am nächsten Morgen erinnerten mich dann wieder stolz daran, dass der 08.02.2012 mein Ehrentag ist. Der erste Teil des Tags unterhielt mich mit Stadtbesichtigung, wobei mich wieder das Gefühl eines kleinen Jungen in einer viel zu großen Stadt ereilte. Wolkenkratzer steht ihr an selbigen, dazwischen befindet sich maximal eine kleine Grünanlage oder eine Kirche. Wer nach den ersten Stunden keine Genickstarre erleidet, kommt aus einer Großstadt und ist an solche Verhältnisse gewöhnt. Für mich war es dagegen einmalig. Nie zuvor war ich in einer Metropole gewesen, in der Freundlichkeit nebst perfekter Kleidung auf breiter Fläche verschmelzen. An Ampelanlagen gibt es trotz kurzer Phasen kein Gedrängel, Menschen treten einen Schritt beiseite, obwohl man lässig mit geschwollener Brust hindurch gehen könnte. Selbst bei grüner Ampel bleiben die Fahrzeuge auf ihrer Spur geduldig stehen, weil eine ältere Frau 20 Sekunden länger über die Kreuzung braucht. Business, Sportlichkeit, Kultur und vor allem Einkaufsmöglichkeiten jeder Art wechseln sich in gekonnter Ausgewogenheit im übertrieben perfekten Maße ab. Die von Palmen gesäumten Straßen verleihen der Stadt den übrigen tropischen Tatsch. Im Herzen der Stadt bietet der Stadtpark genügend Platz für schweifende Gedanken und entspannungssuchende Besucher. Die makellosen Grün- beziehungsweise Blumenanlagen sind makellos gepflegt. Zur Feier des Tages gönnte ich mir ein neues Paar Schuhe und ein genüssliches Abendmahl. Mit der zusammengetrommelten Truppe ging es dann zur Geburtstagsparty, wobei wir einmal meinen feierten und zugleich in den nächsten Geburtstag hineinfeiern konnten. Die Nacht muss dann irgendwann gegen morgens um 06.00Uhr zu Ende gewesen sein, als uns die ersten Sonnenstrahlen beim Baden auf dem Dachpool unseres Hostels mit Ausblick über die gesamte Stadt wach kitzelte. Auch hier eine kleine Galerie aus der Hauptstadt Queenslands:
















*Das es keine Bilder aus Bars, Clubs sowie Stripclubs geben kann, dafür habt ihr angesichts des Mitlesens meiner Verwandtschaft bitte Verständnis*

Am nächsten Morgen wurde reibungslos der internationale Führerschein beantragt, auch wenn ich leider erst zu spät mitbekommen hatte, dass ich laut dieser Erlaubnis nicht zum Führen eines Kraftrads erlaubt bin. Dafür war die Unterhaltung mit der aus Jena stammenden Verwaltungsdame recht heimisch. Zurück am Auto sollte die Fahrt eigentlich planmäßig nach Surfers Paradise weiter gehen, woraus sich dann allerdings eine dreieinhalbstündige Bastelstunde entwickelte, indem wir unteranderem Teile des Motorblockes auseinanderschraubten und säuberten. Im Endeffekt wurde das Problem auf nicht genügend Sprit im Tank zurückgeführt und die leere Batterie mit Hilfe eines Starterkabels überbrückt. Mit der Abenddämmerung erreichte man erschöpft und mit den Nerven sichtlich am Ende das Etappenziel (Surfers Paradise). Von dieser einstigen Paradiesperle ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. So erwartet den Besucher hauptsächlich eine lange Straße, die auf der einen Seite von Restaurants und Bars durchzogen ist und auf der anderen lediglich gähnende Leere herrscht. Anzumerken ist lediglich, dass hier das höchste Appartementgebäude Australiens steht. 





Einige Sandartisten versuchen das Gesamtbild am Strand durch ihre Kunstwerke aufzuhellen, allerdings ist auch dies brotlose Kunst aus dem vergangenen Jahrzehnt.





Schließlich passierte das Auto die Grenze nach New South Wales und Queensland lag hinter mir. Bevor die Reise durch die unzähligen National Parks angetreten wurde, musste noch ein Zwischenstopp in der Cannabishochburg Nummer Eins gemacht werden – Nimbim. Nirgendswo in Australien ist es inoffiziell legaler Drogen zu konsumieren.  Außer ein paar Inhalationen zur Belustigung geschah aber nichts Aufregendes  – keine Sorge liebe Familie. Dem Kleidungsstil dieser Stadt ist die gesamte Einstellung der Einwohner abzulesen – einfach mal nur chillen und zurück in die FlowerPower-Ära.





Die nächste Station war am 13.02.2012 die Surferstadt Byron Bay. Diese begrenzt sich hauptsächlich auf folgende Aktivitäten: Strand, Sonnen, Feiern und Surfen. Mehr muss auch hierzu nicht gesagt werden. 



 Der örtliche Dresscode am Strand, oder auch zwei Gründe mal länger in Byron Bay zu bleiben.



Am 16.02 stand nun Port Macquarie auf dem Plan. Diese Stadt befindet sich am gleichnamigen Fluss und kann mit einer wunderschönen Promenade aufwarten. Musikliebhaber kommen im Rauschen der Brandung voll auf ihre Kosten. 






Ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten begnügt auch die extremsten Gemüter. Von Kletterhallen, Lasertaganlagen, über Ballsportstatten zu buchbaren Flügen mit Kampfjets ist hier alles möglich.  Am 17.02 erreichte ich eine der größten Städte in Australien. Die mit 430.000 einwohnerstarke Stadt Newcastle liegt nur unweit nördlich von Sydney und beherbergt den größten Kohleexporthafen Australiens. Nach eine kurzen Besichtigung ging es an die unzähligen Stände, um die untergehende Sonne zu genießen, bevor ich mich der Clubszene widmete. Als einziger Backpacker in einem Club zu sein, hat schon einen sehr verlockenden Charme. Das Wort Spendabilität bekommt angesichts dieses Sachverhaltes eine ganz neuartige Bedeutung. Hier muss man als Backpacker einfach mal gefeiert haben. Freundliche, sehr adrett gekleidete junge Menschen, die vor allem nur eins im Sinne haben – Party und Spaß! 






Der Einfachheit halber folgt nun ein chronologischer Teil, der alle National Parks im gesamten Roadtrip beinhaltet.

  • 12.02 Nightcap NP









  • 13.02 Mount Hyland Nature Reserve Vista Point 

  • 15.02 Ebor Falls (Guy Fawkes River NP)

  • 15.02 Dorrigo NP 




  • 15.02 Bindarri NP 

  • 16.02 Oxley River NP

  • 19.02 Blue Mountain NP 







  • 20.02 Katoomba Echo Point

Vom 21.02 bis 06.03 befand ich mich in der Stadt Orange, die etwa zwei Stunden Autofahrt westlich von Sydney liegt. Mit Äpfelplfücken besserte sich hier die Urlaubskasse für die anstehenden Ziele, unteranderem Canberra und Melbourne, bei strömenden Regen und teilweise sibirischen Temperaturen auf. Die ersten zwei Tage waren noch von Sonnenschein geprägt, wogegen es die restlichen 14 unaufhörlich vom Himmel goss. Aber den deutschen Arbeiter erschreckt auch dieser Umstand nicht, weshalb als besonderes Lob Regenkleidung am vorletzten Tag des Arbeitszyklus überreicht wurde. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass wir uns aus langer Weile einen Fußball gekauft hatten, um die freien Stunden ein wenig sportlich zu gestalten. Ein platter Hinterreifen und ein gebrochener Scheibenwischermotor verursachten für einige Stunden außerdem graue Haare. Aber auch dieses Problem konnte fachmännisch beseitigt werden und so ging die Reise nach Canberra weiter. Am 08.03 im politischen Herzen von Australien angekommen, präsentiert sich diese Stadt alles andere als hauptstädtisch. Für eine knappe halbe Million Einwohner sind doch beängstigend wenig Passanten auf den Straßen zu entdecken. Deshalb kann die Stadt auf folgenden Sehenswürdigkeiten heruntergebrochen werden:

  • Old Parliament House  

  • National Library of Australia 

  • Australian National Art Gallery

  • Australian National Museum 

  • Australian War Memorial


*Die Ehrentafel aller im 2.WK gefallenen australischen Soldaten.*
  • National Rose Gardens 

  • und des Weiteren National Portrait Gallery, Parliament House, High Court, Treasure Building, West Mall, Black Mountain Tower, Australian National Botanic Gardens unc American-Australian War Memorial.
Am neunten Tag des Monat März ging es über das Örtchen Cooma in den nahegelegenen Mount Kosciuszko National Park, der den höchsten Punkt Australiens beinhaltet. Vom Charlotte Pass hieß es  neun Kilometer Wanderweg bis zur Spitze des 2285 Meter hohen Berges, auf der man nicht einmal mit einem tollen Ausblick, wegen Schlechtwetterfront, entschädigt wurde. Dennoch, da gewesen zu sein, bedeutet alles. Angeblich kann bei guter Wetterlage von Sydney bis nach Melbourne (in jeweiliger Himmelsrichtung) geschaut werden. 

*Am Fusse des Berges*
*Die höchste Stelle Australiens*

Bis ich mich wieder ins Auto setzten konnte verging eine Zeit von vier Stunden und zwölf Minuten. Am 10.03 führte mich der Touristenpfad über Cooyrong nach Albury und dessen Tochterstadt Woodonga. Letzteren liegen durch einen Fluss geteilt auf den Gebieten zweier verschiedener Staaten, weshalb es in einer Zone von zwei Kilometern zu einem Spritunterschied von 15 Cent per Liter kommen kann. Der Besucher befindet sich nun auf der Grenze zwischen New South Wales und dem Staate Victoria. Zudem war an diesem Wochenende der ansässige Karnevalverein zugegen, was ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Resümierend kann ich aber sagen, dass der deutsche Karneval um Einiges besser ist. Das Wetter präsentiert sich seit Wochen erstmals wieder gewohnt sonnig und warm – australisch halt. Bevor die Wege mich endlich nach Melbourne und zum großen Preis von Australien führten, mussten noch vier Tage überbrückt werden. In Kurzfassung: 10.03 Chiltern (Mount Pilot National Park), Woolshed Falls 


Bellana, Mount Samaria State Park  (Back Creek Falls),


King Lake National Park. Nun war es endlich so weit. Das langersehnte Ende des zweiten Roadtrips beziehungsweise eher die Vorfreude auf den Australien Grand Prix, für den ich schon seit Anfang Januar die Karten in den Händen hielte, war gekommen. Vorab vielleicht noch ein paar Worte zu Melbourne selbst: 3.9Millionen Einwohner, keine U-Bahn, dafür gut funktionierendes öffentliches Verkehrsnetzt mit moderaten Preisen, vermutliche die höchste Rate an schlecht geschneiderten Businessanzügen (jeder weiß, dass die Anzugshose bitte auf der Schuhkante endet und nicht fünf Zentimeter über dem Schuh), kulturell sind alle Sparten vertreten und auch ansonsten versprüht jeder Winkel der Stadt den Charme einer Metropole. Im fünftägigen Aufenthalt konnten allerdings nicht genügend Eindrücke gesammelt werden, um eine fundamentale Bewertung aufzustellen.  Ich war schließlich vier Tage lang ununterbrochen im Albert Park. Dennoch an dieser Stelle eine kurze Galerie zu der Millionen Metropole Melbourne: 









*Wer kann mich auf dem Bild lokalisieren?*

15.-18.03.2012 – Ein einmaliges Erlebnis. Was soll  dazu geschrieben werden? Die Atmosphäre ist unglaublich, in keinem Fall mit der vor dem Fernseher zu vergleichen, auch wenn der Informationsfluss hier unbestritten größer ist. Autos in allen Kategorien, Stärken, Farben und die dazu gehörigen Promotionaccessoires, der Gestank von verbranntem Gummi , um den abgenutzten Geruch der glühenden Bremsscheiben nicht  zu vergessen. Vier Tage Sonnenschein mit einem Rahmenprogramm, was bunter hätte nicht sein können. Kurze detaillierte Übersicht mit den einzelnen Aktivitäten auf und neben der Strecke: Renault Challenge, Formula Ford, Royal Australian Airforce Fighter Roulettes Air Display, V8 Supercars, Porsche Carrera Cup, Ultimate Speed Comparison Challenge zwischen Mercedes AMG Black Edition ´12 – V8 Supercar – McLaren Mercedes F1 ´11 (Sieger hier: 2x AMG und 2x F1), A/C Touring Cars, MXS-R Air Display, Ferrari Road Car Parade Laps, Australian Legend Lap Parade, Formel 1, Crusty Demons sowie viele weiter Gewinnspiele und Aktionen am Rande des Renngeschehens.
Hier noch eine kleine Galerie der für mich wichtigsten Bilder:

*Die Kurve, in der wir vier Tage lang jegliches Renngeschehen verfolgten*


 *Crusty Demons und im Hintergrund der Alber Lake + Skyline*



An dieser Stelle die angesprochenen Promotionaccessoires:





*"Oh, he´s the boss!" - that´s what she said.*

Und wer nun noch Geduld und Lust hat, kann sich in dem nachstehenden Video nahezu alle Fahrzeuge anschauen, die beim großen Preis von Australien anwesend waren (inklusive Formel 1 + Fahrerparade):



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