Blick von der Promenade in den Hafen (Airlie Beach)
Am 25
Januar ging es dann planmäßig nach Rockhampton. Ein kurzer Zwischenstopp in
Mackay, lediglich ein paar Shopping- sowie Museumsminuten benötigten hier meine
Aufmerksamkeit, denn mehr muss zu diesem Wort nicht gesagt werden. Am späten
Abend am eigentlichen Ziel angekommen wurde nach einer Unterkunft gesucht und
nicht ganz überraschend mit deutschen Personen zu Abendbrot gespeist. Der 26
Januar markiert erstmalig ein Höhepunkt des gesamten Trips. 40km nordöstlich
von Rockhampton gelegen, befindet sich die kleine Ortschaft Rosslyn Bay, von
der mit einer Fähre auf die Great Keppel Islands übergesetzt werden kann.
Vorhandene Broschüren versprechen ein vergessenes sowie verstecktes Paradies
der alten Zeiten. Hochgeschraubte Erwartungen, die im Endeffekt aber als
Tiefstapelungen betitelt werden müssen. Wer die Ostküste bereist und diesen Ort
nicht auf seiner Reiseroute verzeichnet, war definitiv nicht an der Küste von
Ostaustralien. Wer Whithavenbeach mochte, wird hiervon begeistert sein. Die
Insel präsentiert sich in einer paradiesischen Einsamkeit, die ihresgleichen
sucht. Sie ist nahezu komplett verlassen, der Besucher ist völlig für sich
allein. Ein einziges kleines Dorf ermöglicht Unterkünfte, die aber auch hier
absolut im Sinne von „Cast away –
Verschollen“ auf das Inselleben
reduziert sind. Ein kleiner Flughafen in der Mitte der Insel erlaubt nebst
Fähre auch den Zugang per Flugzeug. Die Strände sind einfach nicht in Worte zu
fassen, unglaublich weißer Strand (in seiner Reinheit nahezu vergleichbar mit
dem des Whithavenbeaches), glasklar-azurblaues Wasser, wolkenloser Himmel,
Palmen und exotische Blumen wohin das Auge blickt, Gesteinszüge, die die Buchten
begrenzen, als wären sie für die Perfektion inszeniert und überhaupt wird das
Ganze noch von der unendliche Korallen- und Fischvielfalt, die vor beziehungsweise
in den Buchten liegen, getoppt. Nach dem Ausleihen des Schnorchelequipments und
der Organisierung der Unterkunft für die kommende Nacht, verlief der Tag sehr
einseitig und doch unvergesslich. Strand, sonnen, schnorcheln, nächster Strand
und die ganze Aufzählung retour. Der unstillbaren Neugier der Fische zu Dank, schwimmt
man hier umzingelt von diversen Fischschwärmen zwischen kleineren Haien und
Schildkröten hinweg über dem Korallenriff, was sich in seinen prächtigsten
Farbfacetten wiederspiegelt. Anbei eine kleine Galerie aus Great Keppel Island:










Mit
Sonnenbrand versehen ging auch dieser Tag mit einem Spieleabend und zwei
weiteren deutschen Mädels dem Ende entgegen. Am 27. Tag des Monats Januar wurde
dann die andere Hälfte der Insel besichtigt. Auch hier wieder Strand, Wasser
und Sonne. Bis 15:30Uhr hieß es Entspannung pur, bevor es mit der Fähre wieder
auf das Festland zurückging. Die Welt schreibt nun den 28. Januar und für mich
geht es weiter in Richtung Agnes Water, angeblich „der Ort“ um Surfen zu
lernen. Allerdings macht der Regen einige Straßen unpassierbar, sodass ein
Umweg von satten 450km in Kauf genommen wurde, um sich von dem Versprechen
überzeugen zu lassen. So ging der Weg über Galdstone, Gin Gin, Bundaberg zurück
nach Agnes Water. Im Hostel angekommen und eingechecket, wurde ein üppiges
Barbecue zubereitet. So sollte doch jede Unterkunft ihre Reisenden empfangen.
Am darauffolgenden Tag stand ich dann das erste Mal auf einer Welle, auch wenn
nur kurz, da die Verhältnisse bei immer noch anhaltenden Regen und rauer See
nicht gerade einsteigerfreundlich waren. Dennoch gab es Lob von den
Einheimischen, mit denen ich unterwegs war. Planmäßig stand für den 30. Januar
die Besichtigung der Rumfabrik in Bundaberg auf dem Plan. Hindernis war aber
auch hier abermals der Regen, der nun alle Zufahrtswege zu und von der Stadt
Agnes Water unpassierbar machte. Demnach mussten wir uns im Auto von 08.30Uhr morgens bis 17.15Uhr nachmittags
gedulden, bevor unser Gefährte den Weg meisterte. Auf dem Bild beträgt der
Wasserspiegel noch 1,4m, als wir passierten lediglich noch 0.6m.

In der
untergehenden Sonne wurde das Etappenziel dennoch an diesem Tag erreicht –
Bundaberg. Am letzten Tag des Monats Januar versuchte ich am frühen Morgen die
Schildkrötenwanderung am Strande des Mon Repos (auch Turtle Rockery genannt) zu
bewundern, die für diese Jahreszeit typisch ist. Allerdings ist am Tage außer
ein paar toten Babyschildkröten nicht viel zu sehen. Aber Schildkröte ist
Schildkröte – Ziel erfüllt.
Mit
dem letzten Tropfen im Tank erreichte man die Schnapsfabrik in Bundaberg, die
für ihren Rum australienweit bekannt ist. Eine Führung, ein paar Promille durch
die Schnapsverkostung schwerer und um ein T-Shirt reicher, war auch dieses Ziel
auf der Liste abgehackt. Zusagen ist zu diesem Unternehmen nicht sehr viel, da
der Großteil maschinell abgewickelt wird und lediglich ein paar Kontrolleure
den Produktionsprozess verfolgen.
Bevor
es in die botanischen Gärten weiterging, wurde, wie jeden Dienstag (Pizzatag
bei einer Pizzakette), Pizza zum Mittag gegessen. Diese recht gepflegte Anlage
wies neben einem riesigen See auch Gleise für kleine Eisenbahnen auf, die man
für einen Unkostenbeitrag mieten konnte.
In
Hervey Bay ging dann auch dieser Tag zu Ende und ich war nur noch 24h vom
nächsten großen Trip entfernt – Fraser Island. Dazu musste auf die andere Seite
der Insel gefahren werden, Rainbow Beach.

Hier
angekommen erhielt man für den anstehenden Trip neben einer Menge Papierkram ein
Briefing und eine weiter Einweisung für die Geländewagen. Da meine Gruppe
allerdings einen eigenen Fahrer hatte, war dies für mich unbedeutend. Dieser
Tag endete mit einigen Poolbillardduellen und netten Unterhaltungen. Am zweiten
Tag des Monates Februar wurde die 120 Mann/Frau schwere Horde am Treffpunkt
kollektiviert und abermals ein abschließendes Briefing abgehalten. Danach ging
es mir Sack und Proviant für die nächsten drei Tage auf die aus Sand bestehende
Insel namens Fraser Island. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte 15 Minuten,
worauf eine zweieinhalbstündige Fahrt entlang der Küste folgte. Wie die Wellen
in einem gestressten Rhythmus am Strand brachen, war einfach wunderschön zu
beobachten. Die Meute wurde derweilen in zwei größere Gruppen zu je 60 Mann und
folgend in jeweils drei zu zehn Mann starken Untergruppen in die Geländewagen
aufgeteilt.

Nach
einem kurzen Stopp des Hungers wegen, hielt die Kolone erneut am ersten Punkt
der Fraser Island Tour – Lake McKenzie. Vor unseren Augen tat sich eine Lagune
auf, die man wahrlich nicht auf einer Insel aus Sand zu erwarten vermag. Das
azurblaue Wasser spiegelt diese Sonnenstrahlen und die umliegenden Wälder
perfekt, einzig die Unmengen von Touristen erschwerten ein stimmiges Foto. Auch
hier ist der Sand ähnlich weiß.
Anschließend
führte uns ein Waldlauf durch den Regenwald, was schon ein wenig kurios ist,
wenn man bedenkt, dass die Insel die Größte seiner Art ist und nur aus Sand
besteht. Die Geländewagen fraßen sich regelrecht durch die Sanddünen und
letztendlich gelangten wir zu unserem Campingplatz, wo sich mal wieder
herausstellte, dass die Deutschen die Schnellsten im Zelltaufstellen sind. Atemberaubend
war schließlich die Kulisse am Strand bei Sonnenuntergang, da im Hintergrund die
Sandböen ein unglaubliches Bild ergaben.

Nach
dem Abendessen und den ersten Getränken, kam es dann zu lustigen Trinkspielen,
bei denen sogar das andere Camp überlief. Am nächsten Tag wurden wir als
Partyanimals von den Reiseführern tituliert - völlig zu Recht, denn jeder war
noch völlig verkatert. Der nächste Tag begann mit einem kühlen Bad in einem der
unzähligen Flüsse, die aus dem Inneren der Insel entspringen und schließlich in
das Meer münden. Nach einstündiger Fahrt, erklomm die Gruppe eine
Aussichtsplattform, die einen gewaltigen Blick über die eine Hälfte der Insel
gewährte.
Die
Besichtigung eines gestrandeten Schiffwracks war außerdem auf dem Wege dorthin
möglich.
Dann
fuhren wir wieder ein Stück, bis zum nächsten Stopp – Champagner Pools. Diese
liegen in einer Bucht und werden ständig von Wasser durchflutet. Die durch die
Felsen zustande kommenden Schäume verleihen den Wasserbecken daher ihren Namen.

Anschließend
ging es wieder zurück ins Camp, wo die letzten Essensreserven zu Nichte gemacht
wurden. An diesem Abend ging die Sache
gesitteter zu, das heißt für die Meisten. Schließlich musste für eine Person
noch der Notdienst gerufen werden, wobei ich persönlich aber der Meinung bin,
dass das ganze mehr Wichtigtuerei als Ernst war. Die darauffolgende Nacht war
aufgrund des mangelnden Alkohols nicht so erträglich, wobei das Aufstehen aber
um einiges leichter fiel. Nach dem Frühstück wurde das Lager abgebaut, alle
Reste beseitigt und die Gruppe fuhr das letzte Mal in das Innere der Insel.
Nach 40 minütigem Waldmarsch präsentierte sich eine Dünenlandschaft, die
vermutlich in der Sahara nicht anders aussehen würde. Allerdings lag dahinter
eine einsame Oase mit Süßwasserfischen, in der bedenkenlos geschwommen werden
konnte. Nach diesem Aufenthalt hatten wir noch einmal
"Restemittagessen", bevor wir dann um 14.00Uhr mit der Fähre wieder
auf das Festland übersetzten. Auf dem Weg dorthin „rettete“ die Gruppe noch
eine gestrandete Schildkröte, wobei nachstehendes Foto entstand.

Alles
in allem war dieser Trip schöner als Whitsunday Islands, weil die Erwartungen
von vornherein nicht so hochgeschraubt wurden, obgleich sie den gestellten
trotzdem gerecht wurden. Die Gruppen
waren besser besetzt und damit auch lustiger, das Wetter war perfekter und die
Kulisse an sich einfach vielfältiger. Einzig allein die Bremsen (Fliegen) haben
ein wenig den Gesamteindruck getrübt, da
diese sich vor allem beim Sonnen als sehr hartnäckig erwiesen. Aber auch
auf dieser paradiesischen Sandinsel ist halt nicht alles perfekt. Am späten Nachmittag
fanden sich alle Reisenden wieder in ihrem Hostel ein. Zum Glück hatte ich alle
Wertsachen im Auto verstaut, denn in der Zwischenzeit wurde in allen Hostels in
diesem Ort eingebrochen. Sicherlich ein ziemlicher Schock, nach einem so wundervollen
Trip. Aber nochmals, mich betraf es zum Glück nicht. In Noosa (nächstes
Etappenziel) angekommen präsentiert sich die Stadt in einem sehr exklusiven
Gewand. Vereinfacht könnte diese Ortschaft "das kleine Beverly Hills von
Queensland" genannt werden, oder
„die Stadt der Kreisverkehre“. Noch nie zuvor hat sich mir ein Kreisverkehr
nach dem anderen aufgetan. Ohne Navigationssystem ist der gemeine Autofahrer hilflos,
denn Ampelanlagen sind in dieser Stadt eine Fehlanzeige. Ein Haus ist hier
luxuriöser als das andere und europäische Erstklassewagen präsentieren sich in
Hülle und Fülle. Australische Musclecars sind hier kaum zu sehen und im
Allgemeinen spielen die Reisenden hier nur eine kleine, gänzlich nichtige
Rolle. Die Gesellschaft wird vornehmlich von den Einheimischen repräsentiert,
was sich nicht zuletzt an den Preisen in den anliegenden Geschäften der
Promenade äußert. Die Einwohner tummeln sich vorwiegend an den abgeschiedenen,
naturbelassenen Stränden, wo die Wellen brutaler, höher, schöner sind – den
Hotspots für Surfer. Die Leute sind gelassener, freundlicher, was dem Charme
der Stadt alle Male zu Gute kommt. Die Promenade ist wohl etliche Kilometer
lang und gesäumt von unzähligen Barbecuestellen, Palmen, diversen Bars (die
allerdings gänzlich auf die Partyszene verzichten) und natürlich dem vertrauten
Rauschen der Brandung am Strand. Die atemberaubende Küstenlandschaft tut ihr
übriges, wie auf den nachstehenden Fotos zu erkennen ist. Ein Traum am Rande
des Daseins und für mich nach Great Keppel Island ein weiterer Höhepunkt
entlang der Ostküste. Am Ende des zweiten Tages in Noosa wurde dein Restaurant
aufgesucht, in dem es angeblich den besten Burgen von Queensland geben soll.
Schließlich gewann dieser 2010 einen Preis für den genannten Wettbewerb.
Allerdings war diese Mahl alles andere als königlich. So strichen auch diese 48
Stunden ins Land. Anbei eine kleine Galerie zu Noosa:



*Kann jemand die knallrote Ducati im Wohnzimmer im rechten "Glasteil" erahnen?*





Nächster Halt: Australia Zoo. Ein Tag vor meinem 23. Geburtstag hieß es ab in den Zoo – Steve Irwins Zoo, um genauer zu sein. Der Krokodiljäger ist vorrangig durch internationale Fernsehprogramme bekannt beziehungsweise berühmt geworden, hat hier zu Lande ebenfalls viel Ruhm erreicht und nicht zuletzt deshalb einen Themenpark kreiert. Als nicht anderes kann dieser Ort bezeichnet werden. Wer bislang in den hiesigen Zoos seiner Umgebung verweilte, wird auf Anhieb feststellen, dass dies mehr auf einer touristischen Attraktion basiert, obgleich die einheimische Tiervielfalt in breiten Rahmen offenbart wird. Weiterhin finden sich in dem einen oder anderen Themengebiet internationale Tierarten, die sonst nicht auf dem Kontinent heimisch sind. Der Besucher findet sich auf allen Teilen der Erde wieder, angefangen von Australien, über Süd-Ostasien, Europa, Afrika und sogar kleine Abschnitte von Amerika. So stolzierte ich, wie ein kleiner Junge bei seinem ersten Besuch in dem Zoo, durch die riesigen Eingangshallen. Absoluter Höhepunkt stellte für mich die Tigershow dar, von der es allerdings keine Bilder gibt, weil die Batterie der Kamera bereits ihre letzten Kräfte entbehrte. Und da Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen, hier eine kleine Galerie der Artenvielfalt:






*Wie viele? 1 oder 2? Wer nicht sicher ist, sollte auf den unteren Bildteil achten.*





An
selbigen Tag ging es in das 70km
entfernte Brisbane, die Hauptstadt von Queensland. Hier angekommen, offenbarte
sich mir ein absolutes Verkehrschaos zur Rushhour. Die Stadt verfügt trotz
1,86Mio Einwohner über keine U-Bahn, weshalb die Verkehrssituation zu
Stoßzeiten eine echte Zumutung ist. Allerdings konnten das Hostel auch ohne
Navigationssystem nach zweistündiger Suche in der Innenstadt lokalisiert werden
und nach einem kühlen Blonden ging auch an diesem Tag die Sonne unter. Die
unzähligen E-Mails am nächsten Morgen erinnerten mich dann wieder stolz daran,
dass der 08.02.2012 mein Ehrentag ist. Der erste Teil des Tags unterhielt mich
mit Stadtbesichtigung, wobei mich wieder das Gefühl eines kleinen Jungen in
einer viel zu großen Stadt ereilte. Wolkenkratzer steht ihr an selbigen,
dazwischen befindet sich maximal eine kleine Grünanlage oder eine Kirche. Wer
nach den ersten Stunden keine Genickstarre erleidet, kommt aus einer Großstadt
und ist an solche Verhältnisse gewöhnt. Für mich war es dagegen einmalig. Nie
zuvor war ich in einer Metropole gewesen, in der Freundlichkeit nebst perfekter
Kleidung auf breiter Fläche verschmelzen. An Ampelanlagen gibt es trotz kurzer
Phasen kein Gedrängel, Menschen treten einen Schritt beiseite, obwohl man
lässig mit geschwollener Brust hindurch gehen könnte. Selbst bei grüner Ampel
bleiben die Fahrzeuge auf ihrer Spur geduldig stehen, weil eine ältere Frau 20
Sekunden länger über die Kreuzung braucht. Business, Sportlichkeit, Kultur und
vor allem Einkaufsmöglichkeiten jeder Art wechseln sich in gekonnter
Ausgewogenheit im übertrieben perfekten Maße ab. Die von Palmen gesäumten
Straßen verleihen der Stadt den übrigen tropischen Tatsch. Im Herzen der Stadt
bietet der Stadtpark genügend Platz für schweifende Gedanken und
entspannungssuchende Besucher. Die makellosen Grün- beziehungsweise
Blumenanlagen sind makellos gepflegt. Zur Feier des Tages gönnte ich mir ein
neues Paar Schuhe und ein genüssliches Abendmahl. Mit der zusammengetrommelten
Truppe ging es dann zur Geburtstagsparty, wobei wir einmal meinen feierten und
zugleich in den nächsten Geburtstag hineinfeiern konnten. Die Nacht muss dann
irgendwann gegen morgens um 06.00Uhr zu Ende gewesen sein, als uns die ersten
Sonnenstrahlen beim Baden auf dem Dachpool unseres Hostels mit Ausblick über
die gesamte Stadt wach kitzelte. Auch hier eine kleine Galerie aus der Hauptstadt Queenslands:








*Das es
keine Bilder aus Bars, Clubs sowie Stripclubs geben kann, dafür habt ihr
angesichts des Mitlesens meiner Verwandtschaft bitte Verständnis*
Am nächsten Morgen wurde reibungslos der
internationale Führerschein beantragt, auch wenn ich leider erst zu spät
mitbekommen hatte, dass ich laut dieser Erlaubnis nicht zum Führen eines
Kraftrads erlaubt bin. Dafür war die Unterhaltung mit der aus Jena stammenden Verwaltungsdame
recht heimisch. Zurück am Auto sollte die Fahrt eigentlich planmäßig nach
Surfers Paradise weiter gehen, woraus sich dann allerdings eine
dreieinhalbstündige Bastelstunde entwickelte, indem wir unteranderem Teile des
Motorblockes auseinanderschraubten und säuberten. Im Endeffekt wurde das
Problem auf nicht genügend Sprit im Tank zurückgeführt und die leere Batterie
mit Hilfe eines Starterkabels überbrückt. Mit der Abenddämmerung erreichte man
erschöpft und mit den Nerven sichtlich am Ende das Etappenziel (Surfers
Paradise). Von dieser einstigen Paradiesperle ist leider nicht mehr viel übrig
geblieben. So erwartet den Besucher hauptsächlich eine lange Straße, die auf
der einen Seite von Restaurants und Bars durchzogen ist und auf der anderen
lediglich gähnende Leere herrscht. Anzumerken ist lediglich, dass hier das
höchste Appartementgebäude Australiens steht.

Einige
Sandartisten versuchen das Gesamtbild am Strand durch ihre Kunstwerke
aufzuhellen, allerdings ist auch dies brotlose Kunst aus dem vergangenen
Jahrzehnt.
Schließlich
passierte das Auto die Grenze nach New South Wales und Queensland lag hinter
mir. Bevor die Reise durch die unzähligen National Parks angetreten wurde,
musste noch ein Zwischenstopp in der Cannabishochburg Nummer Eins gemacht
werden – Nimbim. Nirgendswo in Australien ist es inoffiziell legaler Drogen zu
konsumieren. Außer ein paar Inhalationen
zur Belustigung geschah aber nichts Aufregendes – keine Sorge liebe Familie. Dem Kleidungsstil
dieser Stadt ist die gesamte Einstellung der Einwohner abzulesen – einfach mal
nur chillen und zurück in die FlowerPower-Ära.
Die
nächste Station war am 13.02.2012 die Surferstadt Byron Bay. Diese begrenzt
sich hauptsächlich auf folgende Aktivitäten: Strand, Sonnen, Feiern und Surfen.
Mehr muss auch hierzu nicht gesagt werden.
Der örtliche Dresscode am Strand, oder auch zwei Gründe mal länger in Byron Bay zu bleiben.
Am
16.02 stand nun Port Macquarie auf dem Plan. Diese Stadt befindet sich am
gleichnamigen Fluss und kann mit einer wunderschönen Promenade aufwarten.
Musikliebhaber kommen im Rauschen der Brandung voll auf ihre Kosten.


Ein
breites Angebot an Freizeitaktivitäten begnügt auch die extremsten Gemüter. Von
Kletterhallen, Lasertaganlagen, über Ballsportstatten zu buchbaren Flügen mit
Kampfjets ist hier alles möglich. Am
17.02 erreichte ich eine der größten Städte in Australien. Die mit 430.000 einwohnerstarke
Stadt Newcastle liegt nur unweit nördlich von Sydney und beherbergt den größten
Kohleexporthafen Australiens. Nach eine kurzen Besichtigung ging es an die
unzähligen Stände, um die untergehende Sonne zu genießen, bevor ich mich der
Clubszene widmete. Als einziger Backpacker in einem Club zu sein, hat schon
einen sehr verlockenden Charme. Das Wort Spendabilität bekommt angesichts
dieses Sachverhaltes eine ganz neuartige Bedeutung. Hier muss man als
Backpacker einfach mal gefeiert haben. Freundliche, sehr adrett gekleidete
junge Menschen, die vor allem nur eins im Sinne haben – Party und Spaß!


Der
Einfachheit halber folgt nun ein chronologischer Teil, der alle National Parks
im gesamten Roadtrip beinhaltet.
- 13.02
Mount Hyland Nature Reserve Vista Point
- 15.02
Ebor Falls (Guy Fawkes River NP)
- 20.02
Katoomba Echo Point
Vom 21.02
bis 06.03 befand ich mich in der Stadt Orange, die etwa zwei Stunden Autofahrt westlich
von Sydney liegt. Mit Äpfelplfücken besserte sich hier die Urlaubskasse für die
anstehenden Ziele, unteranderem Canberra und Melbourne, bei strömenden Regen
und teilweise sibirischen Temperaturen auf. Die ersten zwei Tage waren noch von
Sonnenschein geprägt, wogegen es die restlichen 14 unaufhörlich vom Himmel
goss. Aber den deutschen Arbeiter erschreckt auch dieser Umstand nicht, weshalb
als besonderes Lob Regenkleidung am vorletzten Tag des Arbeitszyklus überreicht
wurde. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass wir uns aus langer Weile einen
Fußball gekauft hatten, um die freien Stunden ein wenig sportlich zu gestalten.
Ein platter Hinterreifen und ein gebrochener Scheibenwischermotor verursachten
für einige Stunden außerdem graue Haare. Aber auch dieses Problem konnte
fachmännisch beseitigt werden und so ging die Reise nach Canberra weiter. Am
08.03 im politischen Herzen von Australien angekommen, präsentiert sich diese
Stadt alles andere als hauptstädtisch. Für eine knappe halbe Million Einwohner
sind doch beängstigend wenig Passanten auf den Straßen zu entdecken. Deshalb
kann die Stadt auf folgenden Sehenswürdigkeiten heruntergebrochen werden:
- National
Library of Australia
- Australian
National Art Gallery
- Australian
National Museum
*Die Ehrentafel aller im 2.WK gefallenen australischen Soldaten.*
- und des Weiteren National
Portrait Gallery, Parliament
House, High
Court, Treasure
Building, West
Mall, Black
Mountain Tower, Australian
National Botanic Gardens unc American-Australian
War Memorial.
Am
neunten Tag des Monat März ging es über das Örtchen Cooma in den nahegelegenen
Mount Kosciuszko National Park, der den höchsten Punkt Australiens beinhaltet. Vom
Charlotte Pass hieß es neun Kilometer
Wanderweg bis zur Spitze des 2285 Meter hohen Berges, auf der man nicht einmal
mit einem tollen Ausblick, wegen Schlechtwetterfront, entschädigt wurde.
Dennoch, da gewesen zu sein, bedeutet alles. Angeblich kann bei guter
Wetterlage von Sydney bis nach Melbourne (in jeweiliger Himmelsrichtung)
geschaut werden.
*Am Fusse des Berges*
*Die höchste Stelle Australiens*
Bis
ich mich wieder ins Auto setzten konnte verging eine Zeit von vier Stunden und
zwölf Minuten. Am 10.03 führte mich der Touristenpfad über Cooyrong nach Albury
und dessen Tochterstadt Woodonga. Letzteren liegen durch einen Fluss geteilt
auf den Gebieten zweier verschiedener Staaten, weshalb es in einer Zone von
zwei Kilometern zu einem Spritunterschied von 15 Cent per Liter kommen kann.
Der Besucher befindet sich nun auf der Grenze zwischen New South Wales und dem
Staate Victoria. Zudem war an diesem Wochenende der ansässige Karnevalverein
zugegen, was ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Resümierend kann ich aber
sagen, dass der deutsche Karneval um Einiges besser ist. Das Wetter präsentiert
sich seit Wochen erstmals wieder gewohnt sonnig und warm – australisch halt.
Bevor die Wege mich endlich nach Melbourne und zum großen Preis von Australien
führten, mussten noch vier Tage überbrückt werden. In Kurzfassung: 10.03 Chiltern (Mount Pilot
National Park), Woolshed Falls

Bellana,
Mount Samaria State Park (Back Creek Falls),

King Lake National Park. Nun war
es endlich so weit. Das langersehnte Ende des zweiten Roadtrips beziehungsweise
eher die Vorfreude auf den Australien Grand Prix, für den ich schon seit Anfang
Januar die Karten in den Händen hielte, war gekommen. Vorab vielleicht noch ein
paar Worte zu Melbourne selbst: 3.9Millionen Einwohner, keine U-Bahn, dafür gut
funktionierendes öffentliches Verkehrsnetzt mit moderaten Preisen, vermutliche
die höchste Rate an schlecht geschneiderten Businessanzügen (jeder weiß, dass
die Anzugshose bitte auf der Schuhkante endet und nicht fünf Zentimeter über
dem Schuh), kulturell sind alle Sparten vertreten und auch ansonsten versprüht
jeder Winkel der Stadt den Charme einer Metropole. Im fünftägigen Aufenthalt
konnten allerdings nicht genügend Eindrücke gesammelt werden, um eine
fundamentale Bewertung aufzustellen. Ich
war schließlich vier Tage lang ununterbrochen im Albert Park. Dennoch an dieser
Stelle eine kurze Galerie zu der Millionen Metropole Melbourne:









*Wer kann mich auf dem Bild lokalisieren?*
15.-18.03.2012
– Ein einmaliges Erlebnis. Was soll dazu
geschrieben werden? Die Atmosphäre ist unglaublich, in keinem Fall mit der vor
dem Fernseher zu vergleichen, auch wenn der Informationsfluss hier unbestritten
größer ist. Autos in allen Kategorien, Stärken, Farben und die dazu gehörigen
Promotionaccessoires, der Gestank von verbranntem Gummi , um den abgenutzten Geruch
der glühenden Bremsscheiben nicht zu
vergessen. Vier Tage Sonnenschein mit einem Rahmenprogramm, was bunter hätte
nicht sein können. Kurze detaillierte Übersicht mit den einzelnen Aktivitäten
auf und neben der Strecke: Renault Challenge, Formula Ford, Royal Australian
Airforce Fighter Roulettes Air Display, V8 Supercars, Porsche Carrera Cup,
Ultimate Speed Comparison Challenge zwischen Mercedes AMG Black Edition ´12 –
V8 Supercar – McLaren Mercedes F1 ´11 (Sieger hier: 2x AMG und 2x F1), A/C
Touring Cars, MXS-R Air Display, Ferrari Road Car Parade Laps, Australian
Legend Lap Parade, Formel 1, Crusty Demons sowie viele weiter Gewinnspiele und
Aktionen am Rande des Renngeschehens.
Hier noch eine kleine Galerie der für mich wichtigsten Bilder:
*Die Kurve, in der wir vier Tage lang jegliches Renngeschehen verfolgten*
*Crusty Demons und im Hintergrund der Alber Lake + Skyline*
An dieser Stelle die angesprochenen Promotionaccessoires:
*"Oh, he´s the boss!" - that´s what she said.*
Und wer nun noch Geduld und Lust hat, kann sich in dem nachstehenden Video nahezu alle Fahrzeuge anschauen, die beim großen Preis von Australien anwesend waren (inklusive Formel 1 + Fahrerparade):
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